Review
von Trashstore75
Die Kritik beruht auf der ungeschnittenen DVD-Fassung von CMV, die sich in der Hartbox-Veröffentlichung von 84-Entertainment befindet!
"Zombi 2" (dt.: "Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies", auch bekannt als "Zombie Flesh Eaters" oder "Island Of The Living Dead") ist ein italienischer Horrorfilm von Lucio Fulci aus dem Jahre 1979.
In den deutschen Kinos lief der Film ab dem 30. November 1979. Die FSK gab ihn ohne Schnittauflagen frei. Er wurde auch in Deutschland ein kommerzieller Erfolg und erreichte nach Angaben vom Jugendfilm-Verleih ca. 420.000 Zuschauer.
Der Dreh von "Zombi 2" resultierte aus dem überraschenden Erfolg von George A. Romeros Film "Zombie – Dawn of the Dead". Das Skript wurde aber - bis auf einige Ausnahmen - angeblich bereits vor Romeros Erfolg verfasst."Zombi 2" wird von manchen als einer der besten Filme dieses Subgenre aus Italien angesehen. Fulci selbst löste mit seiner eigenwilligen Fortsetzung zu Romeros Klassiker eine Welle von Zombie-Filmen aus, da sich auch andere Regisseure Erfolg mit derartigen Filmen erhofften. Nach "Das Leichenhaus der lebenden Toten" war Fulcis Werk der erste Zombie-Film aus Italien. Der Regisseur drehte im Anschluss an "Zombi 2" noch drei Filme mit Untoten-Thematik:
- "Ein Zombie hing am Glockenseil" ("City of The Living Dead", 1980)
- "Die Geisterstadt der Zombies" ("The Beyond", 1981)
- "Zombie III" ( "Zombi 3", 1988)
Beim Publikum recht beliebt, wurde "Zombi 2" von der zeitgenössischen deutschen Filmkritik überwiegend schlecht bewertet. Positivere Kritiken bekam er allerdings in Frankreich und in Fachmagazinen für phantastische Filme wie Cinefantastique und Fangoria.
Fulcis Klassiker erweist sich als gelungene Mischung, die sich der Elemente des Abenteuerfilms bedient und sie mit einer für den Horrorfilm typischen Handlung kreuzt und der Regisseur das Geschehen mit derben Special Effects unterlegt, was ihn schon bald bei seinen Fans zum ungekrönten König des italienischen Splatterfilms und bei der FSK zum Staatsfeind Nr.1 machte.
Abgesehen von einem blutigen Kopfschuss und der weiterführenden Szene im New Yorker Hafen hält sich der Film bis zum Mittelteil mit expliziten Szenen zurück und führt die Protagonisten in die Handlung ein.
Fans sleaziger Unterhaltung dürften angesichts der Besetzung in Ekstase geraten, denn "Die Schreckensinsel" ist bis in die kleinsten Nebenrollen mit bekannten Gesichtern des italienischen Trashfilms besetzt.
Ab der 45. Minute mit der berühmt-berüchtigten "Holzsplitter im Auge"-Szene ändert Regisseur Fulci schlagartig das Tempo seiner Erzählung, bleibt der gelungenen, unheimlichen Atmosphäre auf der Insel treu, verstärkt jedoch den Goreanteil und liefert mit einigen inszenatorischen Finessen und einem wunderbaren, vielseitigen Soundtrack eine blutige Schlachtplatte ab, die mit sehr vielen sauber und realistisch inszenierten Effekten glänzt und ungeheuer spannend ist.
Besondere Erwähnung verdient bei Fulci vor allem die Darstellung der seit Jahrhunderten toten "Zombies", die sich - unterstützt von einer eindrucksvollen, subjektiven Kameraarbeit - aus der Erde eines alten spanischen Friedhofs erheben. Hier liefert Effektekünstler Giannetto di Rossi wirklich perfekte Arbeit ab, denn genau so und nicht anders stellt sich der Zuschauer Tote vor: vermodert und verwest, mit alten Tüchern notdürftig umhüllt.
Zum anderen schafft es Regisseur Fulci aus dem Minimum einer Handlung das Maximum herauszuholen und erweist sich dabei genauso effizient wie sein Kollege Dario Argento. Fulci setzt auf eine sorgfältige Inszenierung, spielt mit der Kamera und untermalt das blutige Treiben auf der Leinwand mit einem sehr guten Score, der die von Fulci geschaffene Atmosphäre perfekt untermalt.
"Die Schreckensinsel" gehört trotz eines geringen Budgets zu einem der qualitativ hochwertigsten und unterhaltensten Beiträgen des Genre.
Ein Film, der nach 30 Jahren nichts von seinem Charme verloren hat und auch in der fünften Wiederholung sein Publikum bestens unterhält.
8 von 10 Punkte!