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Splatterikone Lucio Fulci ist hiermit sein absolutes Meisterwerk gelungen. Hier wurde endlich mal völlig auf die für ihn üblichen Sexszenen verzichtet, es gibt zwar kurz eine nackte Frau zu sehen, aber das wars dann auch schon. Das tut dem Film sehr, sehr gut. Denn "Woodoo" zählt ohne Zweifel nicht nur zu den besten Werken Fulcis, sondern auch des ganzen Genres. Es wird nämlich auf viele Splatterszenen verzichtet, dafür wird einem düstere Atmosphäre und brillante Optik geboten, mit dem es sich ganz sicher leben lässt. Natürlich gibt es trotzdem die ein oder andere blutige und harte Szene zu bestaunen, fallen diese aber allgemein eher selten aus im Gegensatz zu denen aus z.B. "Dawn of the Dead". Dadurch wird "Woodoo" nicht zum reinen Splatter-Zombiefilm, sondern es kommt auch etwas Spannung auf und man bekommt endlich mal richtig zu sehen, was ein Lucio Fulci alles so drauf hat. Bis auf ein paar Außnahmen wie "Demonia", auch als "Aenigma" bekannt, war ich eigentlich schon immer von Fulci überzeugt, doch in "Woodoo" setzt er fast schon neue Maßstäbe. Schöne Landschaftsaufnahmen und hervorragende Optik wird einem da vorgesetzt. Da sieht man schon mal gerne über die Minderheit der Splatterszenen hinweg. Was die Zombies angeht, ist Fulcis Machwerk zweifelsohne auch ganz oben dabei, denn selten sahen die Untoten beängstigender und besser aus als in "Woodoo". Die bereits erwähnten, rar gesäten, Splattereffekte sind allesamt grandios, vor allem die berühmte Holzsplitterszene.
Fulci setzt die Zombies auch ganz geschickt ein, denn er lässt sie nicht die ganze Zeit dumm herumlaufen, damit sie ja für einen großen Bodycount sorgen, sondern sie z.B. erst mal aus dem Boden erheben. Diese Szene zählt meines Erachtens zu den besten des Films, wie die Zombies da so langsam aus dem Boden kriechen, ist schon atemberaubend und genial.
Viele Schwächen hat "Woodoo" somit nicht, es könnte vielleicht etwas mehr geredet werden, aber wenn man begeisterter Fan von Splatterfilmen ist, muss man das nicht unbedingt als Manko sehen. Trotzdem wäre es mal nicht schlecht, einen derartigen Film zu sehen, in denen mehr geredet wird. Bei "Woodoo" ist es ja so, dass es erst nach ungefähr der Hälfte zur Sache geht, die erste Hälfte leitet auf das Ganze hin, sollte also schon etwas dialoglastiger sein. Dass dies nicht der Fall ist, muss nicht gleich bedeuten, dass totale Langweile die ersten 45 Minuten beherrscht, sondern dass diese einfach irgendwie leer sind. Da hätte das Drehbuch vielleicht besser gestaltet werden können, weil "Woodoo" somit wahrscheinlich noch atemberaubender geworden wäre. Ansonsten gibt es aber keine Schwächen.
Es ist nicht falsch, zu sagen, dass es sich bei "Woodoo" um den besten und professionellsten Fulci-Film handelt, zumal dieser endlich mal richtig sein Können beweist. Die Splattereffekte sind sehr realistisch und die Optik für solch einen Film zwar ungewöhnlich, aber trotzdem brillant. Nicht nur im Splatter- und Zombiegenre ist "Woodoo" ein Meilenstein, er kann auch als normaler Horrorfilm bezeichnet werden. Schwächen hat er so gut wie keine, daher gibts 9/10 Punkte.

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