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Lucio Fulci, der leider als Regisseur oftmals nur auf ein paar harte Gorestreifen reduziert wird, legte den Grundstein dafür praktisch selbst. Nachdem er zugesagt hatte "Zombi 2" zu drehen, wurde er nachfolgend in die Splatterecke geschoben und bastelte selbst mit einigen Projekten daran weiter. 
Nun gut, das man gerne mal das sonstige Repertoir des Italieners unter den Tisch kehrt, hat natürlich auch seine Gründe. Zu bekannt wurden seine Zombie-Streifen und seine zum Teil wirklich harten Gialli.
Dieser hier war der erste Ausflug. Nachdem die Produktionsfirma den Erfolg von "Dawn of the dead" gesehen hatte, versuchte man sofort auf den Erfolgszug aufzuspringen und als Erster diese Nische zu nutzen. Das Budget wurde dafür zwar klein gehalten, aber man hatte mit Fulci eben auch einen Regisseur gewonnen, der mit wenigen Mitteln viel erreichen konnte.

Schon die Eröffnungsszene versprach großes Unheil. Ein ziellos treibendes Boot findet die Aufmerksamkeit der Küstenwache. An Bord ist nur ein seltsamer Typ, der sofort einen der Polizisten tötet. Ein Journalist bekommt Wind von der Sache und macht sich auf den Weg zum Herkunftsort des Segelschiffes. Im Schlepptau hat er die Tochter des Bootsbesitzers und ein weiteres Pärchen das man unterwegs kennengelernt hat.

Viele inzwischen legendäre Szenen sind fortan zu begutachten. Ein Holzscheit der sich in Nahaufnahme in das Auge einer Frau bohrt, viele Fressszenen und natürlich der Unterwasserzombie der mit einem Hai kämpft. Gerade diese Szene ist aus dem Horrorbereich nicht mehr wegzudenken. Mutet das in der Phantasie erstmal merkwürdig an, so wurde die Szene absolut fantastisch umgesetzt. Insgesamt ist das große Plus des Films seine Atmosphäre, die sich durch das musikalische Hauptthema perfekt unterstützt, ausleben kann. Das Tempo ist nicht sonderlich hoch, nicht schneller als das der Zombies, doch durch einige heftige Splattereinlagen kann man das kaum kritisch anmerken. Das Gesehene muss sich nämlich erstmal setzen und dazu bietet der Film die notwendigen Pausen und keinen visuellen Overkill. Zumindest bis zum sehr starken Showdown.

Zu erwähnen sind noch die herrlich gelungenen Zombies. Diese sehen in der Zombiefilmgeschichte mit am Besten aus. Da sitzt jeder Blutstropfen perfekt.

Natürlich muss man die Logik weit von sich schieben und auch Romerosche Gesellschaftskritik ist kaum zu finden. Es ist ein reinrassiger Horrorstreifen der sein Publikum unterhalten möchte. Das ist ihm absolut gelungen. Allerdings aus der Sicht von damals. Allzu viele Fans wird der Film heute nicht mehr hinzugewinnen können. Man merkt ihm sein Alter in jedem Fall an, aber wer einen Faible für die handwerklich hervorragenden Filme der 70er mitbringt, kann eigentlich nicht enttäuscht werden.

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