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Urlaub of the Dead

Vom führerlosen Segelboot im New Yorker Hafen über das spektakuläre Duell Zombie vs. Hai bis hin zur legendären finalen Einstellung mit den Untoten im Anmarsch auf Manhattan - "Woodoo" ist unendlich mehr als nur die beste Kopie/inoffizielle Fortsetzung der Romero-Zombieklassiker. Für mich gibt es an schwülen Sommertagen wie heute kaum einen besseren Film, nicht nur im Zombiegenre. Lucio Fulci war hier auf seinem Zenit, geht trotz Vorbild Romero genug eigene Wege und bringt den modernden Tod schnurstracks ins Paradies. Erzählt wird von einer jungen Frau, die auf der Suche nach ihrem per Boot verschollenen Vater zusammen mit einem Reporter auf einer traumhaften Insel landet. Türkisblaues Meer, feinster Sandstrand, ansehnliche Figuren... blöd nur, dass sich die Toten mit Hunger auf Menschenfleisch aus ihren Gräbern erheben!

"Woodoo" war im Fahrwasser von "Dawn of the Dead" ein riesiger Welterfolg und rettete das italienische Genrekino nicht nur fast in Eigenregie, sondern verhalf ihm zu neuem, berüchtigten Glanz. Ein waschechter Zombiemeilenstein, auf den Fulci und alle Beteiligten ohne Einschränkungen stolz sein können. Auch wenn viele es jahrelang nicht waren. Kultig, blutig, sonnig. Den vergisst man nicht so schnell! War er anfangs nur die fixe Kopie eines amerikanischen Überhits, wurde er schnell und verständlicherweise selbst zum Vorbild hunderter Italo- bzw. Euro- bzw. Südamerika-Untoten-Leinwand-Parties. Lange Zeit plätschert der Zombiegrauen mit All-In-Feeling etwas vor sich hin, viel tut sich nicht - doch wer kann ihm das bei diesem Wetter verübeln. Spätestens im lang anhaltenden Finale gewinnt das Eiland-Massaker alle Herzen. Egal ob Atmosphäre, Zombiemasken, Gore, Besonderheit, Nacktheit, Soundtrack, Bildsprache - "Woodoo" hat zwar wenig mit schwarzer Magie zu tun, doch er ist zauberhaft gut. Wird nicht alt, wie Flitterwochen in Honolulu. Die perfekte Fusion aus Sonne und Schrecken, Sand und Schauer, Traum und Alptraum, Hitze und Hohlbirne, Vor-Romero- und Nach-Romero-Zombiekosmos.

Fazit: ein blutiger Cocktail, ein Splitter im Auge und Fulcis ehrgeizige Kopie, die selbst zum Zombieklassiker mutierte... was gibt es bei 30 Grad schöneres? Genau. Nada. 

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