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Im New Yorker Hafen läuft ein führerloses Segelschiff ein, die Polizei wird darauf von einem Zombie attackiert, der sich durch das Wasser verdünnisiert. Vom Bootsführer fehlt jede Spur und so entschließt sich dessen Tochter Anne Bowles zusammen mit dem Reporter Peter West zur Insel Matul zu reisen. Das soll sich aus gutem Grund als schwierig erweisen, denn die Insel wird von vielen gemieden, lediglich ein amerikanisches Pärchen bringt die beiden mit ihrem Schiff hinüber. Doch kaum dort angekommen, geraten sie in eine bizarre Situation, da auf dem Eiland scheinbar Tote aus ihren Gräbern auferstehen und die Lebenden anfallen. Die Wissenschaftler können nur noch die Untoten beseitigen, doch selbst dafür ist die Plage schon zu weit fortgeschritten. Dieser erste Zombiefilm von Lucio Fulci wurde nach dem großen Erfolg George A. Romeros "Zombie" quasi als "Zombie 2" hinterhergedreht, obwohl die beiden nicht viel gemeinsam haben. Zum Glück, mag man meinen, denn Fulci setzt nicht so sehr auf apokalyptische Atmosphäre ( mal abgesehen von der Invasion New Yorks im Finale) sondern orientiert sich an den Anfängen des Zombiekinos und holt den Voodookult wieder heraus. Das wie und warum bleibt zwar ungeklärt, der entsprechende Soundtrack mit viel Getrommel und Santo Domingo als ein Drehort reichen als Anleihen. In der Story erweitert Fulci das Genre um einige bis dato innovative Ideen, wo sonst liefert sich ein Zombie unter Wasser eine Beißerei mit einem Hai. Spektakulär sollte es sein, das war auch schon damals die Devise des italienischen Altmeisters und so finden sich allerlei blutige Auseinandersetzungen, wo Hälse, Arme und Beine aufgerissen und gefuttert werden, eine ausgewalzte Szene, bei der eine Frau durch das Auge aufgespießt wird ist wohl legendär. Immer wieder zoomt die Kamera geradezu sensationslüstern auf die Goreeinlagen, die sich oftmals auch durchaus qualitativ sehen lassen können. Ebenso gelungen sind zunächst die Zombiemasken, die den rechten Eindruck von vermoderten Menschen abgeben, schade ist, dass in der zweiten Hälfte mit zunehmender Anzahl der Zombies die Masken einfältiger werden, bzw. mit viel Gewürm etwas dick auftragen. Als unterhaltsamer Zombiestreifen taugt dieser Oldschool-Klassiker dennoch, wohl kaum jemand wird einen anspruchsvollen Film erwarten, oder gar oscarverdächtige Schauspieler. Dafür machen dieselben ihre Sache ganz ordentlich, der peinlichste ist mal wieder der Regisseur höchstpersönlich, hier kurz als Chefredakteur zu sehen. Nach einem fulminanten Anfang nimmt der Mittelteil etwas Tempo zugunsten von Karibikspielchen heraus, die zweite Hälfte kann durchaus überzeugen und bietet Zombieaction pur. Für Freunde von einfach produzierten Werken der damaligen Zeit sei dieser gelungene Beitrag von Lucio Fulci wärmstens empfohlen, gleichzeitig ist dieses auch einer seiner besten Horrorfilme. Wer es "sozial verträglich" braucht, ist natürlich mir Romeros "Dawn Of The Dead" besser bedient, Zombiefans kommen hier nicht drumherum.

Fazit: Absolutes Highlight der 80er Italo-Zombiewelle. 8/10 Punkten

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