Mit dem bis dato erfolgreichsten Startergebnis kam „Mission: Impossible“ sicher überraschend gut beim Publikum an, so dass man sich zurecht fragen darf, ob der Film deshalb wirklich so ein Meilenstein ist oder doch nur ein weiteres Resultat der berüchtigten Überbewertungs-Debakel. Bei dem Namen Brian De Palma vermutet man ja für gewöhnlich Gutes und könnte letzteres somit ausschließen. Aber auch ein guter Regisseur braucht gewisse Unterstützung, wenn die Arbeit entsprechend gelingen soll. Wie zum Beispiel ein ausgefeiltes Skript, was uns zu einem großen, allerdings auch dem einzigen echten Schwachpunkt führt: Der Handlung. Diese ist zwar intelligent genug, um einen anspruchsvollen Agententhriller zu vermitteln, wird aber, obgleich gar nicht erforderlich, derart kompliziert dargestellt, dass es auch mit größter Aufmerksamkeit sehr schwer fällt, das Geschehen in allen Einzelheiten nach zu vollziehen. Das Vorhaben, einen Spannungsbogen zu schaffen, der sich über den gesamten Film erstreckt, ist so trotz der düsteren und akribischen Inszenierung leider zum Scheitern verurteilt, da jeder gut daran tun wird, den Ereignissen lediglich im Groben zu folgen, um mit dem Faden nicht die Geduld zu verlieren. Folglich kommt Spannung nur auf, wenn es im Film mal, wie heißt es so schön, zur Sache geht, dann aber auch richtig. Den Höhepunkt bildet zweifelsohne der Einbruch in das CIA-Hauptgebäude. Hier ist Hochspannung pur garantiert! Aber auch die Finalkonfrontation hat eine Menge Potenzial, die Blicke aller Zuschauer effektiv auf die Leinwand zu fixieren. Zwischendurch wird der Film von der ansprechenden Kulisse und einer wahrlich treffenden Besetzung hochgehalten. Selbst Tom Cruise ist hier erträglich, reiht er sich doch brav in die Gruppe ein, damit der Film zumindest in dem Punkt der zugrunde liegenden TV-Serie gerecht wird. Ebenso kann man positiv anerkennen, dass „Mission: Impossible“, wenn auch manche Bond-Anleihe etwas dagegenspricht, stets im Rahmen des Denkbaren bleibt. Erst gegen Ende rutscht das Ganze in ein reichlich pyrotechnisches Spektakel ab, womit dann auch der Grundstein für den missratenen Nachfolger gelegt wäre.
Fazit: Überdurchschnittlicher Agententhriller, der einige Akzente zu setzen vermag.