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Damals, 1996. Man nutzte Disketten, überall wurde geraucht und das Internet war noch irgendwie mysteriös. Und man schickte sich an, mit „Mission: Impossible“ eine Jahrzehnte zurückliegende Agentenserie wiederzubeleben, diesmal eben für‘s Kino. Hier schlüpft Tom Cruise in die Rolle von Ethan Hunt, seines Zeichens Mitglied der geheimen IMF, der es mit der Jagd auf einen Maulwurf in der Organisation zu tun bekommt. Eine Mission geht gehörig schief, Hunt verliert sein Team und versucht, seinen Namen reinzuwaschen, was mit allerlei Verzweigungen, neuen Figuren und Agentenkram vor sich geht.

Die aus der Serie bekannten Masken und somit falschen Identitäten kommen hier zum Einsatz, das Skript gibt dem Ganzen dazu noch einen aus Sicht der Entstehungszeit moderneren Anstrich. Es geht um Digitales und Daten. Einen Vergleich zur Bond-Reihe mag man automatisch ziehen, so megalomanisch ist das hier allerdings noch nicht geraten. Das sollte sich in den kommenden Teilen ändern, mit dem Erstling bekommt man einen noch mehr auf den Agententhriller fokussierten Blockbuster. Was ihn glücklicherweise nicht so offensichtlich effektlastig dastehen, sondern (relativ gesehen) bodenständig wirken lässt.
Mit Brian De Palma hat man einen für das Genre fähigen Mann auf dem Regiestuhl. Er hält den konstruierten Plot zusammen und am Laufen, kurzweilig ist der Streifen meist und bietet mit „dem“ Einbruch und einem zugigen Finale auch memorable Sequenzen.

Tom Cruise in der Hauptrolle ist eine okaye Wahl. Das inzwischen als running gag etablierte Rennen (pun intended) findet sich hier schon, ansonsten liefert er die von ihm bekannten Gesichtsausdrücke. Er passt schon in das Szenario, überstrahlt es aber nicht mit der erbrachten Leistung, auch wenn sich das Werk alle Mühe gibt, permanent auf ihn zentriert zu sein. Produzentenehre. Ihm zur Seite stehen u. a. John Voight, Emmanuelle Béart, Jean Reno, Ving Rhames und Vanessa Redgrave. Die Besetzungsliste ist prominent und unterm Strich machen auch alle einen ordentlichen Job.
Dennoch lebt der Film von seinem Szenario, der Idee um das Versteckspiel und von den zusammenkonstruierten Aktionen rundherum. Ein milde überraschender Twist und die kompetent inszenierten Actionszenen werden untermalt von Lalo Schifrins bekanntem musikalischen Thema der Reihe. Im Abspann massentauglich auf einen 4/4-Takt gebürstet hört man ansonsten einen soliden Score von Danny Elfman durch den Film hindurch.

„Just don‘t chew it.“

Der Auftakt der bis heute laufenden Kinoreihe um Ethan Hunt und die (angeblich) unmöglichen Missionen gibt sich im Vergleich zu späteren Teilen noch recht geerdet. Ein oft unterhaltsamer Agententhriller ohne den Drang, jeden überbieten zu müssen. Tom ist Cruise, der Cast in Ordnung und das Ganze von De Palma ansprechend inszeniert. Ein kurzweiliger Serienbeginn.

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