“The first problem was that Tom wanted Mission: Impossible to be about five guys doing impossible tasks. First thing I said was, ‘We got to kill all the other guys so we can start with Tom as the leader of a new group.(...)Who knows what [co-producers] Paula Wagner and Tom were doing? Feeling out different actors for those parts? I had no knowledge of the original series, never saw an episode. All I knew was there were four or five guys with different specialties that did something on each mission. No characters, just technicians.”
“I got Tom finally to commit to the script David had written, and then Paula called me the next day and said, ‘We’ve gotten a go from Paramount, but we want to fire David and hire Bob Towne.’ Paula and Tom thought he was going to bring something more to the script, but that became a big problem.(...)I had two screenwriters in different hotel rooms in London while I was building sets, each working on their script. David used some of Towne’s ideas in the script he rewrote, and that became the movie.”
~ Brian De Palma
Die Pre-Title schon ein Spiel mit Wahrheit und Betrug, mit Sein und Schein, mit dem Geschehen und dem Wahrgenommenen und dem Tatsächlichen, eine Konstruktion wie in Der Tod kommt zweimal (1984), wo man auf etwas hin manipuliert wird, wo man keine Zeit zum Zweifeln und auch keinen Anlass dafür hat, hinein in den Strudel der Geschehnisse. Eine Kulisse wird errichtet, alles wirkt echt, die Einschüchterung kommt von verschiedenen Seiten, von angebotener Hilfe bis Einschüchterung bis zur Bedrohung, alles Ablenkungsmanöver, mit den Regisseur De Palma – welcher Sydney Pollack ersetzt hat, der, warum auch immer lieber das Sabrina (1995).Remake drehen wollte – hier mit in Höchstform seiner Karriere, wenn auch für ein weniger persönliches Projekt manipuliert und auf der Klaviatur völlig unterschiedlicher Gedanken und Emotionen und Motivationen spielt. Dabei bleibt er theoretisch in den Fußstapfen seines Vorbildes Hitchcock, erneut in der Modernisierung, nun der Spionagefilm ausgewählt, mit dessen Spezialität. Ein fingierter Tod, ein fingierter Anruf, mit falschen Personen geredet, über den kleinen Bildschirm das Geschehen nur verfolgt, oben links mit Datum und Zeitcode, eine gleich mehrfach aufeinander abgestimmte Operation, eine Tarnung, eine Mission. Ein Team wird vorgestellt, nebenbei und nebenher, Persönlichkeiten, Emotionen gezeigt, eine Szene für sich selber, leicht verstörend auch, Tote und nicht Tote nicht zu unterscheiden, plus der Vorspann, der Einflüsse des noch Kommenden einwebt, und damit überwältigt. Eine große Heimlichtuerei, viele Codenamen, viel Hektik, viel Technik, ein Geschehen hier natürlich in Osteuropa, damals mit dem Weltgeschehen. Der Kalte Krieg nicht vorbei, sondern am neuen Anlaufen, Staaten am Zerfallen, am Zerstreiten, hier die darstellerische Darreichung dessen, ein Team am Gestalten und am Ausschalten und ausgeschaltet werden. Ein Ende, ein Neuanfang, ein mehrfaches Töten und getötet Werden, eine Aufstellung und ein Exekutieren, die Gefährlichkeit wird sofort gezeigt, ein mehrfaches Rollenspiel gespielt, im Film die Übersicht behalten, im Film scheinbar verloren, die Personen bekommmen eine Persönlichkeit durch die Autoren und über ihre Aktionen verliehen, De Palma verlässt sich auf sein stilistisches Können, seine Eleganz, er hat durch Koepp und Zaillian (mit Unterstützung durch Towne) das perfekte Handbuch dafür:
Nach Beendigung einer Mission in Kiew werden IWF-Agent Jim Phelps [ Jon Voight ] und sein neuestes Team nach Prag geschickt, um den abtrünnigen Agenten Alexander Golizyn [ Marcel Iure? als ] daran zu hindern, die NOC-Liste (inoffizielle Tarnung) der CIA zu stehlen, auf der die Identität aller ihrer Undercover-Agenten in Europa enthüllt wird. Die Liste wird jedoch gestohlen und das Team wird einer nach dem anderen zusammen mit Golizyn getötet, sodass Jims Assistent Ethan Hunt [ Tom Cruise ] der einzige Überlebende ist. Während einer Nachbesprechung mit IWF-Direktor Eugene Kittridge [ Henry Czerny ] in einem Restaurant erkennt Ethan, dass ein anderes IWF-Team während der Mission anwesend war und dass die Operation ein abgekartetes Spiel war, um mithilfe von Golizyn, der sich als abtrünniger Agent ausgab, einen Maulwurf innerhalb des IWF herauszulocken.
Über mehrere Bildeinstellungen wird hier gearbeitet, mehrere Monitore, POV-Shots, Vogelperspektive, Menschen im Hintergrund und trotzdem weit vorne, selbst mit Farbfiltern und Infrarot wird gespielt. Ein Gimmickreiches Verwirrspiel, schon in der Wahl der Besetzung, heutzutage ein tatsächlich leicht veraltetes Aussehen des Filmes, eine stabile Optik, etwas blässlich, mehr in Verkleidung als später üblich, in schlecht sitzenden Fassaden, mit vielen Kleinigkeiten, für De Palma und Koepp eine Vorbereitung auf Spiel auf Zeit (1998). Viele Räume und Räumlichkeiten werden wie selbstverständlich durchwandert, Blickwinkel positioniert, ein um die Ecke sehen, ein Beobachten über Utensilien, Ausspionierei im großen Stil; Cruise dabei anfangs viel unter Maskerade, später im Fokus und als Fixpunkt des Ganzen, eine Vorstellungskraft des Zuschauers, mit der hantiert wird, die Grausamkeit nicht gezeigt, aber wie in Blow Out - Der Tod löscht alle Spuren (1981) eutlich genug vor dem inneren Auge montiert. Ein Wandern im Dunkeln, im Nebel, in der Kühle der Nacht, mehrere Rätsel, wenige Lösungen, ein Sprint durch die Wirrnis, eine Autoexplosion, keine Hilfe im Einsatz, zu spät die Polizei involviert, mehrere Tote in allen möglichen Ecken und Enden, das Head Office wird kontaktiert. De Palma, arbeitend für Cruise (und Wagner), setzt diesen entsprechend als Leading Man in Szene, hier noch eher Einzelgänger, später mehr mit einem Ensemble, hier die Suche nach einem Maulwurf, entsprechend wird einzeln bzw. mit wenigen Außenstehenden gearbeitet, mit Fremdlingen, den Leuten in die Seele geschaut, Blicke hin und zurück, eine riesige Aquariumsdetonation (“I said to Tom, ‘You’ve got to do this to make it really work.’ I remember when we were just about to shoot it, he came over to me. There was going to be so much water coming out, and glass, and this was really scary. He walked over and said, ‘I’m just an actor.’ I said, ‘Tom, you gotta try.’ And he did it. I think he got into doing all the stunts himself when he realized he could probably do it better than a stuntman.”), die Zerstörung eines exklusiven Restaurants exklusiv zelebriert.
Zu einer Zeit, in der die Bond-Filme gerade neu starteten und nach und nach Over the Top gingen, wird hier vergleichsweise mit kleineren Aktien spekuliert, mit kleineren Einlagen, keinen richtigen Materialschlachten, wenig Übertreibungen (für das Genre), eine Ähnlichkeit zum Versuch des zweiten Neustarts The Saint (1997), welcher ebenfalls Dekaden zurückreichte und ebenfalls eher die tippelnden Schritte, dort mit weniger Erfolg bzw. weniger Zuspruch beim Publikum aber ging. Letzterer wurde noch öfters probiert, auch als TV-Pilot, ebenso untergegangen, die Filme um Hunt haben sowohl Brosnan als auch Craig 'überlebt', in steter Konkurrenz, bis zuletzt gekämpft gegen den übermächtigen Gegner, fast drei Dekaden lang eine eigene weltweit bekannte Saga geschaffen, nach hinten raus mit dem Drang des stetig Steigern, in die Monstrosität hinein, zwischen Wollen und Können ein Gefangenensein. Hier ist man (mittlerweile) fast retro, ist Vintage, der Hauptdarsteller halb so alt, der Regisseur im zweiten oder dritten Frühling, bei De Palma folgte in vielerlei Dingen nur noch ein Scheitern, man hätte gerne eine weitere 'Auftrags'arbeit von ihm für die Reihe gesehen. Hier wird Religion und Politik miteingebunden, Codierung und Decodierung, die Pistole offen neben dem Internet, immer griffbereit, ein Sinken in den Schlaf fast, ein Albtraum, das Aufwachen auch ein Albtraum, ein gewalttätiges Verhalten gegenüber sonstiger Vertrauter, aus Angst, aus Unsicherheit, aus Unwissen, der Boden unter den Füßen weggezogen, die Identität geraubt, in der Öffentlichkeit als Phantom unterwegs. Ein Fortschreiten im Untergrund, im Schatten, in der Halbwelt, in der Illegalität, auf Verdacht und Vermutungen hin nur, eine Reise in das Ungewisse, überall Bedrohung, auf dem Boden Scherben, in der Decke Risse, "something of a paradox."
"If we're going to Virginia, why don't we drop by Fort Knox? I can fly a helicopter right in through the lobby...and set it down inside the vault...and it would be a hell of a lot easier than breaking into the goddamn CIA."
Die Diskette wurde nicht einmal von ihrem Blut auf der Oberfläche gereinigt, ebenso erfolgt das gesamte Geschäftsgebaren hier, stets auf Risiko, stets das Leben als Druckmittel, das eigene oder das von anderen, ein brutales, hier mit edlen Verzierungen und ebensolchen darstellerischen Leistungen erhöhtes Wesen, ein Agententhriller alter Schule mit zeitgenössischer Aktualität und trotzdem in fantasievollen Ebenen. De Palma filmt die Figuren oft aus der Untersicht, die positiven wie die negativen, daran kann man sie nicht unterscheiden, ein doppeltes Verwirren, wer ist wer, wer ist noch am Leben, wer hat welche Intention und wer welches Bestreben. Ein Rollkommando rückt an und ein eigenes wird gegründet, Rogue Agents werden gesucht und gefunden, der Film reich an Schauspielern und am Erkunden, am Ermitteln, am Miteinbinden. (Wie die Ratte im Lüftungsschacht) Ständig in Bewegung, ständig am Balancieren, oft die Zeit gezählt, nur zu einem Moment muss absolute Stille und Konzentration herrschen, der Rest selbst und vor allem in Verbalien ein Actionfilm, mit Zaubertricks, mit persönlichen Interessen, Hunt hier auch Freund, Kamerad, Sohn, nicht bloß Spion. Im besten Fall altmodisch gehalten, auch ohne die Actionszenen auskommend, ein kühler Hunt, kein Hitzkopf, die Emotionen unter Kontrolle, ein Spiel zwischen Topaz, Der unsichtbare Dritte und Der zerrissene Vorhang, ein Spiel des Maskens, der Maskerade und der Maskeraden.
"Relax, Luther. It's much worse than you think. The terminal is in a black vault lockdown. The only person allowed in the room has to pass through a series of security checks. The first is a voiceprint identification and a six-digit access code. This only gets him into the outer room. Next, he has to pass a retinal scan. And finally, the intrusion countermeasures are only deactivated by a double-electronic keycard, which we won't have. Now, inside the black vault there are three systems operating whenever the technician is out of the room. The first is sound-sensitive. Anything above a whisper sets it off. The second system detects any increase in temperature. Even the body heat of an unauthorized person in the room will trigger it if the temperature rises just a single degree. Now, that temperature is controlled by the air conditioning coming in through an overhead duct, 30 feet above the floor. That vent is guarded by a laser net. The third system is on the floor, and is pressure-sensitive. The slightest increase in weight will trigger the alarm. And any one of these systems, if set off will activate an automatic lockdown. Now, believe me when I tell you, gentlemen, all three systems are state-of-the-art." - "And you really think we can do this?" - "We're going to do it."