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Ein Polizist, eine Ärztin, ein Architekt, ein Meisterausbrecher, ein Autist und eine Mathematikstudentin erwachen in einem Raum, einem Kubus. An jeder Seite ist eine Schleuse die in einen weiteren, bis auf die Farbe, identischen Raum führt. Doch einige dieser Räume beinhalten grausige Fallen, die die Menschen auf schrecklichste Art und Weise umbringen. Keiner der Menschen dort hat eine Ahnung warum er dort ist, wie er dorthin kam, oder wer überhaupt für das große „Schlamassel“ verantwortlich ist. Nach und nach arbeitet sich die Gruppe vor, doch der gesamte Fluchtversuch aus dem gigantischen Netzwerk von Räumen scheint von Raum zu Raum sinnloser. Die Stunden vergehen, die Angst und die Panik steigen, das Hungergefühl nimmt zu, und schon bald haben die Instinkte die 6 Personen fest im Griff...
„Cube“ ist ein beklemmender und atmosphärischer Sci-Fi Thriller, der sich aber letztendlich weniger mit Schockeffekten und möglichst innovativen Fallen beschäftigt, sondern vielmehr das Zusammensein von Menschen in extremen Paniksituationen darstellt. Um dies möglichst authentisch darzustellen ist zunächst ungeklärt wie die Personen in jenen Kubus gekommen sind. Jeder Mensch kommt aus einer anderen Gesellschaftsklasse und bringt somit unterschiedliche Ansichten und Einstellungen in die Gruppe. Ein gutes Beispiel dafür ist, als der Polizist den Architekten dazu auffordert in die „Sushi-Maschine“ zu springen, um zu zeigen das er ein „wahrer Mann“ ist. Deutlicher wird der Unterschied als sich die Mathematikerin und der Architekt über die verschiedenen Zahlenfolgen an den Räumen unterhalten und man gut mit ansehen kann wie der Polizist dem Geschehen nicht mehr folgen kann und sich somit wieder irgendwie bemerkbar machen muss, um von der Gruppe wahrgenommen zu werden. Eine nicht weniger bedeutsame Szenen bietet auch die in der die offensichtlich im Privatleben sehr einsame Ärztin zum Polizisten sagt „Kein Wunder das deine Frau dich verlassen hat!“. Es folgt eine Ohrfeige seitens des Polizisten, woraufhin die Ärztin mit „Hast du deine Söhne auch immer so geschlagen?“ noch einen draufsetzt. Dieser Konflikt der nach und nach in der Gruppe entsteht und noch an Tausenden anderen Stellen sichtbar wird (beispielsweise noch als die Gruppe – abgesehen von der Ärztin – daf+r ist den Autisten aus „Sicherheitsgründen“ zurückzulassen), ist auch der Kern des Films. Wer sich also ransetzt und auf möglichst geile Fallen mit viel Blut und Gemetzel wartet, der wird wohl nur an 3-4 Stellen im Film mit dem Popcorn um sich schmeißen.
Doch auch in Sachen Spannung hat der Film – abgesehen von dem Konflikt zwischen den Personen – viel zu bieten. Eine der wohl angespanntesten und zugleich auch unheimlichsten Stellen im Film, ist wohl die als die Gruppe sich dazu entschließt mucksmäuschenstill durch einen Fallenraum zu klettern der auf Lautstärke reagiert. Diese Spannung scheitert dann aber wieder im Finale des Films als einer aus der Gruppe – ich spoilere nicht – völlig durchdreht und die Situation noch zusätzlich erschwert. Begleitet wird dies von einem düsteren Score der hier und da schon mal für Gänsehaut sorgen kann. Zwar ist das Setting übelst monoton, und man muss sich damit abfinden den ganzen Film über immer nur ein und den selben Raum – nur in anderen Farben – zu sehen, doch dennoch kommt kaum Langeweile auf. Zwar gibt es den ein oder anderen Dialog der eher gestreckt und langweilig erscheint, doch dies passiert nur selten zwischendurch und stört somit auch nicht sonderlich.
Die Darsteller sind klasse, ganz besonders die Rolle des Polizisten wurde fabelhaft besetzt, da dieser im Film eine erstaunliche Wandlung vom guten Kerl hin zum üblen Kerl macht.. ;-)
Man kann nur sagen das „Cube“ ein sehr schöner und spannender Film ist, der in gewisser Art und Weise auch eine Art „Experiment“ an Menschen und ihrem Verhalten in Ausnahmesituationen zeigt. Wärmstens zu empfehlen.

8/10

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