Freunde des Verdrehten und Mysteriösen kommen mit „Cube“ auf ihre Kosten, nur große Erklärungen darf man bei dem Film nicht erwarten.
Fünf Menschen wachen in einem Labyrinth auf, das nur aus würfelförmigen Räumen besteht, die alle untereinander verbunden sind. Wie sie herkommen und wo sie sind, weiß keiner. Sie allen wissen nur eines: Sie wollen schnellstmöglich wieder raus aus dem Teil. Doch in einigen Räumen lauern fiese Todesfallen und keiner weiß, wie man den Ausbruch bewerkstelligen soll…
Viel mehr erfährt man auch lange Zeit nicht, denn „Cube“ kann man fast als reduziertes Kino bezeichnen: Schlicht und allein der Überlebenskampf der Protagonisten steht im Vordergrund, das Drumherum wird ausgeblendet. So erfährt man nur nebulös, wer dahinter stecken könnte, warum die Leute in den Kubus geproppt wurden usw. Auch das etwas ungewöhnliche Ende liefert keine Erläuterungen, was „Cube“ doch ein wenig Reiz nimmt. Offene Ende können sehr spannend sein, keine Frage, aber hier wird der Zuschauer dann doch mit einem etwas unbefriedigten Wissensdurst entlassen.
Doch abgesehen von diesem Manko funktioniert „Cube“ als reines Spannungskino: Die Charaktere klettern durch den Würfel, versuchen die Fallen zu umgehen und suchen den Ausgang. Langsam kommt man erst hinter des Rätsels Lösung, wobei die verschiedenen Berufe der Figuren (Polizist, Mathematikstudentin, Ausbrecher etc.) ganz hilfreich sind. Dabei wird die Spannung zwar langsam, aber stetig aufgebaut. Es gibt kleine Höhepunkte wie z.B. jene Szene, in der die Leute sich durch einen Raum hangeln müssen, der bei dem kleinsten Geräusch zur Todesfalle werden kann.
Um den Überlebenskampf zu verschärfen und noch mehr Spannung rauszuholen, geraten sich die Charaktere bald untereinander an die Köpfe. Denn unter der Anspannung, die mit immer mehr zugebrachter Zeit in dem seltsamen Würfel stetig steigt, brechen Streitereien häufiger aus, lenken die Charaktere ab und machen es den Fallen leichter sie zu erwischen. Man erfährt nur wenig über die Figuren, meist den Beruf und die familiäre Situation, und erkennt erst im Verlaufe der Geschichte ihren wahren Charaktere. So entpuppt sich die anfängliche Identifikationsfigur im Verlauf der Geschichte z.B. als unsympathischer Charakter usw.
Die Besetzung mit No-Names resultiert zwar in erster Linie aus dem Independent-Hintergrund von „Cube“, aber es hilft natürlich auch den Film unvorhersehbar zu gestalten: Man weiß nie, wen es erwischen könnte. Die darstellerischen Leistungen sind zudem ganz ordentlich und reichen für einen simplen Spannungsfilm aus, auch keiner der Darsteller irgendwie Oscarreif wirkt.
„Cube“ ist simples Spannungskino, das mit seiner aufs Nötigste reduzierten Storyline einen spannenden Überlebenskampf bietet, aber zum Highlight reicht es nicht ganz, da der ganz große Nervenkitzel fehlt. Ein paar Erklärungen mehr hätten auch nicht geschadet, denn so wirkt es als hätten sich die Macher um Erläuterungen gedrückt.