Review

Gefangen im Würfel Labyrinth!

Ein Alptraum wird wahr für eine kleine Gruppe von sechs Menschen, die in einem Raum der wie ein riesiger Würfel aussieht, aufwacht und sich in einer verzweifelten und schier ausweglosen Situation wieder findet. Der Würfel bietet sechs schleusenartige Ausgänge am Boden, an der Decke und an jeder der vier Wände. Die Schleusen führen in neue Würfel, die sich nur durch die indirekte Farbbeleuchtung zu unterscheiden scheinen – oder?
Als die sechs Menschen in einem Würfel zusammentreffen, kann niemand sich erinnern, wie er eigentlich hier gelandet ist und was der Zweck seiner Anwesenheit sein soll. Ein Polizist, eine Ärztin, ein Ingenieur, eine Schülerin, ein Autist und ein Ausbrecherkönig, scheinbar wahllos sind die Personen ausgesucht worden…
Die erste Welle von Phobien und Paranoia erfasst die Gefangenen. Sind sie Versuchskaninchen in einem geheimen Experiment der Regierung? Oder doch eher das Unterhaltungsprogramm eines perversen Reichen, der sich das Würfellabyrinth zur Unterhaltung entworfen hat.
Schließlich lässt die Maße der Außenhülle den Schluss zu, dass es Tausende von Würfeln sind, die sie durchqueren müssen – ohne Wasser, ohne Essen und ohne Hoffnung, jemals wirklich den Ausgang zu finden. Die Stimmung unter den Gefangenen schlägt ins Negative um, Streitigkeiten werden offen ausgefochten, der Frust führt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, der gemeinsame Wunsch, einen Weg nach draußen zu finden, scheint weit in den Hintergrund zu rücken, als die Gefühle eskalieren…

Billig und doch mysteriös und superspannend – Regisseur Vincenzo Natali inszenierte mit "Cube" einer der innovativsten Genrefilme der letzten Dekade. Mit einem geringen Budget gedreht, kann man sich angesichts des brillanten Schnitts nicht oder kaum vorstellen, dass für die Dreharbeiten nur einziger großer Würfel zur Verfügung stand sowie einige einzelne Wände. Zudem beginnt der Film schon in den ersten Minuten mit einer Schockszene, obwohl die blutigen Effekte doch eher rar gestreut sind, aber Cube hat diese Art von Effekten auch gar nicht nötig, denn die teilweise wirklich nervenzerfetzende Spannung, ist der beste Effekt des Films.
Der Zuschauer weiß nie mehr als die Eingeschlossenen selbst und leidet mit den Figuren, die zu Anfang noch ein tolles Team bilden, bis schließlich Vorurteile und Hass dazu führen, dass sich die Protagonisten gegenseitig bekämpfen anstatt weiter gemeinsam nach einer Lösung zu suchen. Dabei legt der Regisseur großen Wert auf menschliche Beziehungen im allgemeinen, vor allem auf das Verhalten in schwierigen Situationen.

Die Schauspieler mit Maurice Dean Wint als Cop Quentin, Nicole DeBoer als Mathegenie Leaven, Nicky Guadagani als Ärztin Holloway, David Hewlett als Ingenieur Worth, Andrew Miller als Autist Kazan oder Wayne Robson als Ausbrecherkönig Wayne in diesem wirklich grandiosen Horror-Thriller-Streifen sind zwar allesamt unbekannt, aber agieren in ihren Rollen einfach hervorragend.

Fazit: Regisseur Vincenzo Natali hat mit seinem beeindruckenden Debüt "Cube" einen visuell und inhaltlich überragenden Film inszeniert, der auch nach mehrmaligen sehen ein Rätsel bleibt, das sich dem Zuschauer in dieser bzarren Welt des Grauens nie vollkommen offenbart. Ein unglaublich spannender und starker Film!

Details
Ähnliche Filme