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David Fincher (Alien 3, Fight Club) gelingt zwei Jahre nach "Sieben" ein weiteres, extrem düsteres, Meisterwerk. Ausgestattet mit 50 Millionen Dollar und dem komplexen Drehbuch von John D. Brancato (Das Netz, Terminator 3) und Michael Ferris (Terminator: Die Erlösung, Catwoman), bietet er gute zwei Stunden Hochspannung mit vielen Überraschungen. Doch nicht nur die Story trägt "The Game", sondern auch Michael Douglas, der eine Glanzvorstellung liefert. Die Rolle des unbarmherzigen Bankers Nicholas Van Orton ist ihm wie auf den Leib geschneidert.
Gleich zu Beginn erkennen wir, dass auch dieser gefühllose Mensch ein Päckchen mit sich herumschleppt. Nicholas Vater beging Selbstmord. Davon bekommt Nicholas Alpträume, ist aber das einzige womit er zu kämpfen, der Rest ist im schlichtweg egal. Auch die Trennung mit seiner Frau interessiert ihn nicht die Bohne. Er wohnt in einer riesen Villa, beinahe ein Schloss. Dies ist von Fincher nicht nur düster, sondern auch ungemütlich in Szene gesetzt. Ein normaler Mensch fühlt sich dort einfach nicht wohl. Aber Nicholas interessiert sich nur für seine Arbeit, einen seiner ältesten Bekannten (Armin Mueller-Stahl) feuert er ohne Wimpernzucken. Und gerade jetzt taucht sein Bruder Conrad (Sean Penn) auf. Nicholas hat Geburtstag und bekommt von Conrad eine Art Spiel geschenkt. Dieses inszeniert die Firma CRS, wo sich Nicholas der Neugierde wegen sogar anmeldet. Auf was er sich da eingelassen hat, merkt er erst, als sein Leben von seltsamen Zwischenfällen geprägt wird und sogar auf ihn geschossen wird.

Bei dem Charakter Nicholas Van Orton haben wir es nicht nur mit einem abziehbildhaften Charakter zu tun, sondern Fincher nimmt sich richtig Zeit, um ihn ausführlich darzustellen. Der Zuschauer findet Nicholas nicht sonderlich sympatisch, das Spiel soll dies ändern. Aber man fragt sich bald, ob es sich wirklich nur um ein Spiel handelt, oder ob CRS mit Nicholas etwas anderes vor hat. Auf jeden Fall passieren ihm viele seltsame Dinge. Er findet jede Menge Schlüssel, die alle für etwas gut sind, eine Clownpuppe mit Kameras in den Augen, in seine Villa wird eingebrochen und er lernt die undruchsichtige Kellnerin Christine (Deborah Kara Unger) kennen. Nicholas Leben wird langsam aber sicher zerstört, auch auf seine Konten haben die Unbekannten Zugriff. Bald wird er von Maskierten gejagt, wird fast im Fluss ersäuft und wacht eines Morgens ohne etwas zu wissen auf einem Friedhof in Mexiko auf. Auch ist hier jeder verdächtig, selbst Nicholas Anwalt, seine Exfrau, selbst sein Bruder Conrad scheinen involviert. Im Finale wird alles plausibel aufgeklärt. Das Manko an der Sache, es wirkt leider zu weit hergeholt.
Mit Michael Douglas, Sean Penn und Deborah Kara Unger ist "The Game" hochwertig besetzt. Finchers Inszenierung lässt zu keiner Sekunde Langeweile zu, seine Kulisse ist immer düster, das Geschehen hochspanned. Man fragt sich nur hinterher, warum das Ganze so perfekt ablief. Da hätte leicht etwas schiefgehen können, mit fatalen Folgen.

Man kann das Ganze selbstverständlich kritisch hinterfragen, wie so etwas überhaupt zustande kommen kann. Aber lässt man sich auf "The Game" ein, so muss man auf zwei spannende Stunden gefasst sein. Hinzu kommen die düsteren Sets, die unheimlichen Sounds und perfekte Darsteller. Dieser Psychothriller lässt einen nicht kalt.

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