Nicolas van Orten ist Investmentbanker, und wie mutmaßlich viele Menschen, die 600 Millionen Dollar auf dem Konto haben und in einer Luxusvilla allein mit ihrer ältlichen Haushälterin leben, ist er ein ziemliches Arschloch. Sein Bruder Conrad schenkt ihm zum Geburtstag ein Spiel: Einen Gutschein der Firma Customer Recreation Service (CRS), und er soll doch einfach mal ganz unverbindlich bei denen vorbeischauen. Nicolas stellt sich dem Eignungstest, und ab dem Zeitpunkt geschehen seltsame Dinge: Es beginnt mit einem ausgelaufenen Kugelschreiber, geht weiter über eine tollpatschige Kellnerin, bis er irgendwann ohne Geld und ohne Papiere in einem Grab irgendwo in Mexiko aufwacht … Die Polizei? Die kann nur handeln wenn eine Firma CRS überhaupt existiert, was aber nicht der Fall ist. Ein verschwundenes Krankenhaus? Ist gleich grober Unfug. Die Schmierereien in seiner Villa? Schwierig, das sind Spezialfarben. Der Taxifahrer, der ihn in das Taxi gesperrt und den Wagen im Hafenbecken versenkt hat? Ohne Beschreibung lässt sich da leider nichts machen…
Sicher nicht Finchers bester Film, aber ich mag es, wie Michael Douglas und dem Zuschauer nach und nach der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Wie beiden die Realität immer mehr entgleitet, und es niemals, wirklich absolut niemals, sicher ist, ob wir gerade einer Inszenierung beiwohnen oder der Realität. Oder einer Mischform. Auch wenn manches ein wenig arg forciert wirkt (wie etwa der Überfall der Killer auf das Haus der Kellnerin), so ist das ganze doch so schnell und spannend inszeniert, dass die Logik dahinter egal ist. Plus: Fincher schafft das Kunststück, einen unsympathischen Mann zur Identifikationsfigur zu stilisieren und den Zuschauer mitfiebern zu lassen. Sicher nicht Finchers bester Film, aber Top-Unterhaltung auf sehr hohem intellektuellem und inszenatorischem Niveau. Passt!