Review

Die alte Geschichte von der Stewardess, die eine Boeing landen muß, findet ihre Neuauflage in „Turbulence“ einem gar nicht mal so übel produzierten Actioner der Marke „Die Hard“, in welchem Ray Liotta als psychopathischer Mörder ein Flugzeug in seine Gewalt bringt, das ihn an die Todeszelle ausliefern sollte. Gezwungenermaßen muß eine Flugbegleiterin in Gestalt von Lauren Holly sich ihrer Haut gegen ihn erwehren und gleichzeitig die Maschine irgendwie heil vom Himmel bekommen, bevor das Militär sie abschießt.

Ein ganz hübscher Potboilder, der aus seinem begrenztem Spielraum eine Menge an Spannung herausholt, wenn denn dann wirklich mal was los ist. Ansonsten häufen sich jedoch die unlogischen Häppchen, von den herzerfrischend dämlichen Begleitmarshals über eingeführte Nebenrollen unter den Passagieren, die dann keine Rolle mehr spielen bis zu knackigen Flugmanövern, bei denen Hausdächer abrasiert werden.

Die wahren Schwächen liegen aber mehr darin, die Beziehung zwischen Liotta und Holly zu definieren, denn Liotta schwafelt sich mehr als einmal beinahe um sein Leben, während die nette Saftschubse ein bißchen zu oft auf heulendes Elend macht, anstatt die Beine in die Hand zu nehmen.
Da helfen auch keine Flugzeugdrehungen in der Luft, das Skript wirkt an solchen Stellen einfach nur gestreckt und gedehnt und wenn die Dialoge keine Klasse haben, dann können die bemühtesten Darsteller da nichts retten.
Dabei dürfte der Film bei Erstansicht noch recht gut unterhalten, aber insgesamt ist die abgenudelte, von außen erklärte Landung noch das Spannendste, was zu kriegen ist, obwohl Holly eigentlich so gut wie gar nichts machen muß, um den Vogel runter zu bekommen. Die anderen Handlungsteile sind mehr als bekannt und man wartet als Zuschauer eigentlich nur darauf, daß endlich all das passiert, weswegen wir hier sind.

Insgesamt ein passabel spannender B-Thriller mit A-Budget, dessen Fokussierung auf zwei Darsteller einen halben Film leider nicht tragen kann und den Zuschauer wünschen läßt, sie hätten das alles noch um ein paar Minuten getrimmt, um das in den Rededuellen schleppende Tempo zu erhöhen.
Für Liotta-Fans aber bestimmt mal wieder eine erfreuliche Angelegenheit, denn der Standardfiesling darf nach und nach immer mehr vom Leder ziehen. (5/10)

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