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Irgendjemand war hier wohl der Meinung, "Turbulence" würde ein Kracher werden, denn nicht umsonst ließ man sich diese Mischung aus Katastrophenfilm und Thriller über 50 Millionen Dollar kosten. Größtenteils herausgeschmissenes Geld, wie sich nach der Kinoauswertung herausstellte, denn "Turbulence" floppte gnadenlos. Regisseur Robert Butler (Schussfahrt in den Tod, Die Ratte) dürfte es nicht an Erfahrung mangeln, denn er setzte über siebzig Filme und Serienteile in Szene. Doch hier geriet alles zu durchschnittlich, wenn man mal von Ray Liotta absieht.

Endlich ist es Lt. Aldo Hines (Hector Elizondo) gelungen den Frauenmörder Ryan Weaver (Ray Liotta) dingfest zu machen. Noch am Weihnachtsabend soll Weaver zusammen mit dem Verbrecher Stubbs (Brendan Gleeson) in einer Passagiermaschine in ein Gefängnis gebracht werden. In der Luft gelingt es Stubbs seine Bewacher zu töten und auch Ryan kann sich befreien. Dabei kommen auch beide Piloten um und Stewardess Teri Halloran (Lauren Holly) muss den Steuerknüppel übernehmen. Doch nicht nur ein starkes Unwetter bereitet ihr Probleme, auch Weavers Mordinstinkte sind geweckt.

Gleich zu Beginn wird Weaver von Aldo Hines festgenommen, ein wenig verdroschen und falsche Beweise hat man ihm auch untergeschoben. Man ist sich anfänglich also nicht ganz sicher, ob Ryan Weaver auch wirklich ein Frauenmörder ist, oder ob er doch unschuldig ist. Auf jeden Fall erwartet ihn die Todestrafe, an Heiligabend soll er noch dorthin überführt werden. Wegen Weihnachten sind in der großen Boing 747 nur ein paar Passagiere zugegen. Mit ein paar Bewachern kommen Weaver und der Killer Stubbs an Bord. Jedoch lässt uns Butler eine Weile zappeln, bis Stubbs sich endlich befreien kann. Vorher lernen wir noch Stewardess Teri kennen, auf die Weaver sofort ein Auge geworfen hat. Nur diese geistreichen Konversationen zwischen Teri und Kollegin Maggie (Catherine Hicks) über diverse Männergeschichten, hätte man sich sparen können.

Nach einer halben Stunde lässt Butler die Katze endlich aus dem Sack. Stubbs kann sich befreien, dabei finden alle Bewacher den Tod, auch der Pilot wird ausversehen erschossen. Warum der Co-Pilot jedoch trotz des Unwetters seinen Platz verlässt, ist ein grober Fopa. Stubbs dreht völlig ab und wird schließlich von Weaver kaltgestellt. Butler geizt bei dieser gelungenen Actionszene nicht mit Brutalitäten und der Zuschauer ist sich immer noch nicht sicher, ob Weaver wirklich ein Psychopat ist. Doch der zeigt kurz darauf sein wahres Gesicht, sperrt die restlichen Passagiere ein und tötet Maggie. Teri kann sich ins Cockpit retten und muss nun den Jumbo in der Luft halten.

So blendet Butler ständig zwischen der Bodenkontrolle und Teri hin und her. Bald ist auch Aldo Hines zugegen, der versucht mit Weaver zu kommunizieren, doch zwecklos. Weaver dreht völlig durch, da ihn der Tod erwartet, ist ihm alles egal. So muss Teri das Flugzeug durch das Gewitter manövrieren, die Landung mit Hilfe von Pilot Samuel Bowen (Ben Cross) vorbereiten und sich nebenbei mit Weaver duellieren. Bloß warum unternehmen die eingesperrten Passagier nicht einen Fluchtversuch ? Auf jeden Fall ist "Turbulence" zwischendurch richtig spannend, obwohl es nur wenige Konfrontationen zwischen Teri und Weaver gibt. Aber der weihnachtlich dekorierte Jumbo wirkt unheimlich, besonders dank des Gewitters und der flackernden Lichter.

Natürlich stellt sich bald auch die Frage, ob man die Maschine nicht lieber abschießen soll, denn Teri könnte ja mitten in der Stadt eine Bauchlandung machen. Stattdessen streift sie nur ein paar Gebäude, was zu ein paar schicken Sachschäden führt. Auch die erste Landung verpatzt sie und so zieht sich "Turbulence" arg. Immerhin sorgt der finale Kampf gegen Weaver noch für ein wenig Action und das Happy End ist sowieso vorprogrammiert.
Aus der Darsteller-Riege sticht besonders Ray Liotta heraus, es ist nun mal seine Bestimmung stets den Bösewicht zu mimen. Auf jeden Fall stellt er Weaver sehr bedrohlich da und wird im Finale zu wahren Furie. Lauren Holly macht das Selbe wie ihr fliegender Untersatz, sie schaltet auf Autopilot. Mit Rachel Ticotin (Total Recall, Con Air), Ben Cross (The Mechanik, Star Trek), Hector Elizondo (Beverly Hills Cop III, Leviathan) und Brendan Gleeson (28 Days Later, Die Legende von Beowolf) ist "Turbulence" eigentlich hochkarätig besetzt. Aber alle bleiben ein wenig hinter ihren Möglichkeiten.

"Turbulence" bietet eine authentische Kulisse, gut gemachte Flugszenen und Aussenaufnahmen, ist aber langwierig und nicht durchweg spannend. Der Plot verläuft überraschungsarm, geizt nicht mit kleinen Fopas und könnte ein wenig mehr Action bieten. Ein wenig schade um die prominenten Darsteller, aber "Turbulence" ist und bleibt nur Durchschnitt.

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