Review

Warum „Turbulence“ noch zwei weitere Fortsetzungen nach sich zog, wird wohl ewig ein Geheimnis der Produzenten bleiben. Das sich der Film 1997 an den Kinokassen als böser Flop entpuppte ist hingegen keins. Spätestens seit „Die Hard“ weiß jeder, dass das Fest der Liebe nicht immer friedlich ausfallen muss und so versuchen ein paar U.S. – Marshalls ausgerechnet am 24.12. zwei Schwerverbrecher per Flugzeug zu überführen. Dazu noch ein paar harmlose Reisende und ein paar nette Stewardessen an Bord und fertig ist der Actionthriller aus dem Baukasten.

Innovationspreise wird TV-Vielfilmer Robert Butler mit seinem Werk gewiss nicht gewinnen, doch immerhin geriet das Szenario einigermaßen kurzweilig. Nach einem halbstündigen Geplänkel, in dem wir über das Schicksal der beiden Hauptfiguren Teri Halloran (Lauren Holly, „Dumm und Dümmer) und Ryan Weaver (Ray Liotta) aufgeklärt werden. Sie wird versetzt und er wird, nachdem ihm falsche Beweise untergeschoben worden sind, verhaftet. Nun beiden ist übel mitgespielt worden, aber zumindest einer hat es auch verdient.

Bedenkt man, was zu dieser Zeit mit einem Budget von 55 Millionen schon alles möglich war, kann „Turbulence“ schnell als biedere Angelegenheit abgetan werden, der ein leichter B-Movie-Touch nicht abzusprechen ist. Klar, dass die beiden Gefangenen sich irgendwann befreien, die Gewalt an Bord ausbricht und auch noch mitten in ein Gewitter gerast wird, in dem es ordentlich blitzt und donnert, als würde die Welt untergehen.

So gibt es zwar ein paar blutige Szenen, kurze Shootouts und jede Menge Kollateralschaden, nur hat Butler sein Pulver damit im nu verschossen und muss die zweite Hälfte des Films mit Halloran und Weaver füllen. Er hat verständlicherweise keine große Lust auf die Todeszelle, zeigt sein wahres Gesicht und will stattdessen mit einem großen Bumms abtreten, wogegen die Stewardess Hollran etwas einzuwenden hat.

Da die Piloten tot sind und sich das Bodenpersonal auch nicht als unbedingt hilfreich erweist, ist es nun an ihr die Katastrophe zu verhindern. Optisch präsentiert sich der Film dabei durchaus ansehbar. Da der Strom im Flugzeug ausgefallen ist und nur durch das Geflacker der Weihnachtsdekoration erhält wird, bietet der Film, trotz schwacher Story, ordentliche Spannung, die zudem Ray Liotta zu verdanken ist. Lange lässt er den Zuschauer im Unklaren ob er nun wirklich so ein Psychopath ist, oder nett uns hilfsbereit wie er sich zu Anfang gibt. Nun, wer Liotta kennt, weiß welche Rolle er bevorzugt.

Während Liotta mordend und würgend die letzten Überlebenden beseitigt, ist es an Hollran sich erst mit ihm zu balgen, auszutricksen und dann, völlig unglaubwürdig, den Jet zu landen. Leider präsentiert sich „Turbulence“ während dessen als recht einfallslos, wiederholt ähnliche Situationen und hat in der zweiten Hälfte eben fast nur noch dieses Duell zu bieten, was auf die Dauer eintönig wird.

Fazit:
So ist „Turbulence“ ein einfallsloser, altbackener Genrebeitrag, der am ehesten noch für Liotta-Fans interessant sein dürfte. Zu mehr reicht es angesichts dieser ausgelutschten Idee leider nicht, da das Drehbuch so dünn wie die Speisekarte bei McDonalds ist. Dafür darf man aber munter mit raten, wo man welches bekannte Gesicht schon mal gesehen hat. Denn davon gibt es in den Nebenrollen einige.

Details
Ähnliche Filme