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Ein amerikanischer Soldat (Izzy Diaz) führt Videotagebuch über den zermürbenden Alltag seines Trupps, der tagtäglich ohne die nötige Landeskunde an einer Straßensperre im Irak gefährliche Terroristen von harmlosen Zivilisten unterscheiden soll. Als die Soldaten wegen eines verheerenden Fehlschusses in Verruf geraten, dauert es nicht lange, bis die aufgestaute Aggression sich in Vergewaltigung und Mord an den Einheimischen entlädt…

Eine um Wirklichkeitstreue bemühte Nachstellung von Erlebnissen aus einem Krisengebiet, die ein ernüchterndes Bild der Lage zeichnet: mangelnde Einsatzvorbereitung, lähmende Routine, übertriebener Argwohn gegenüber den Zivilisten, wütende Ohnmacht gegenüber den Terroristen. Die schonungslos inszenierten Gräueltaten auf beiden Seiten verfehlen nicht die angestrebte bestürzende Wirkung. Doch den Dialogen ist die Eigenmächtigkeit des Autors jederzeit anzumerken: Unentwegt funkt De Palma dem betont beiläufigen Palaver, das wie aus dem Leben gegriffen wirken soll, mit schwerfälligen Botschaften dazwischen oder hetzt den Soldaten in einer Krisensituation übereifrige Journalisten auf den Hals, die trotz der ungelegenen Stunde weitreichende Gewissensfragen aufwerfen. Angesichts solcher und anderer Eingriffe erscheint die mühsam aufgebaute Authentizitätsfassade wie ein vorauseilender Wiedergutmachungsversuch für die ausgeteilten Lektionen – eine wenig überzeugende Form von Pseudorealismus, die das zweifellos gut gemeinte Plädoyer leicht angreifbar macht.

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