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Seth Rogan spielt einen andauernd bekifften Gerichtsdiener, der bei seinem Dealer, gespielt von James Franco, eine neue, noch sehr unbekannte Droge namens Ananas Express kauft. Als er dann zufällig Zeuge eines brutalen Mordes wird, an dem auch die Polizei beteiligt zu sein scheint, flieht er, lässt aber seinen Joint mit der seltenen Droge auf der Straße liegen. Die Mafia kommt schnell auf die Spur von ihm und seinem Dealer, denen nun nur die Flucht bleibt.

Kiffer- und Drogenkomödien gibt es wie Sand am Meer, da es doch einige eingefleischte Fans des Genres gibt, die sich auch zum hundertsten Mal diverse Verschnitte von "The Big Lebowski", "Lammbock" oder "Fear and Loathing in Las Vegas" ansehen. Aber "Ananas Express" ist definitiv einer der besseren Vertreter des Genres und besticht durch einen hervorragenden Unterhaltungswert.

Die Gags zünden zwar nicht alle, aber zum Großteil und aufgrund der hohen Dosierung der Lacher reichen sie auch aus, um durchgehende Unterhaltung zu gewährleisten. Judd Apatow, einer der führenden Produzenten, Regisseure und Autoren im Genre, der unter Anderem an "Jungfrau (40), männlich, sucht", "Walk Hard" und zuletzt "Die Stiefbrüder" beteiligt war und hier als Produzent fungiert, sowie sein Regisseur David Gordon Green, der zuvor einige nicht sonderlich bekannte Dramen inszeniert hatte, setzten dabei glücklicherweise nicht ausschließlich auf die typischen Kiffer-Gags, sie bauen auch einige, vor allem wegen der Darsteller überzeugende Slapstick-Szenen ein, darüber hinaus sind überaus amüsante Dialoge vorhanden und auch humorvolle Action-Szenen, wie man sie vor allem aus den Action-Komödien der 80er kennt. Eine wohl dosierte, sehr abwechslungsreiche Mischung also, die auf ganzer Linie zu überzeugen weiß.

Ein weiteres großes Plus von "Ananas Express" sind die beiden hervorragenden Hauptdarsteller, die ihre skurril, aber doch sympathisch konstruierten Hauptfiguren ausgezeichnet auf die Leinwand bringen. So ist Seth Rogen, der sich im Genre nach "Die Stiefbrüder", "Superbad", "Beim ersten Mal" und weiteren Komödien bestens auskennt, sehr gut besetzt und verliert einen Hauch von Sympathie und Ernsthaftigkeit trotz der Skurrilität seiner Figur und der zahlreichen Lacher, die auf sein Konto gehen, nicht. Noch besser verkauft sich James Franco, der neben seiner "Spider-Man"-Rolle im Grunde nur für Thriller und Dramen bekannt ist, in denen er auch als Charakterdarsteller des Öfteren eine gute Figur machte. Hier macht er seine Sache dennoch überraschend gut und verbucht als etwas ungeschickter, merkwürdiger und nicht allzu heller, dafür aber liebenswerter Dealer die meisten Lacher. Als Gespann sind Rogen und Franco zum Schießen komisch.

Auch an der sonstigen Inszenierung von Green gibt es kaum etwas auszusetzen, so sind die Action-Sequenzen durchaus routiniert in Szene gesetzt, das Erzähltempo wirkt nicht überhastet, verursacht aber keinerlei Längen und der Score ist zwar unauffällig, aber auch nicht schlecht. Stellenweise finden sich sehr bizarre, beinahe cartoonesk übertriebene Szenen, die meist relativ amüsant sind, aber der Bogen wird kaum überspannt, so hält der Film auch hier genau das richtige Maß, außer vielleicht beim Finale, das stellenweise dann vielleicht doch ein klein wenig übertrieben ist und den Film ein wenig in anarchischer Sinnlosigkeit versinken lässt.

Der Plot ist sicherlich relativ simpel gestrickt, ist als Vehikel für Action und Humor aber sehr gut geeignet, zumal ein paar relativ amüsante und damit sehr geschickte Wendungen vorhanden sind, die das humorvolle Geschehen immer weiter zuspitzen und gelegentlich sogar im Ansatz Spannung aufbauen. Darüber hinaus ist auch der Subplot um den relativ alten Gerichtsdiener und seine wesentlich jüngere Freundin nicht schlecht und sorgt für einige Lacher am Rande. Eine weitere Idee überzeugt daneben ebenfalls voll und ganz, nämlich das Anbahnen des immer inniger werdenden Freundschaftsverhältnisses der beiden Männer, das den Film stellenweise in eine enorm bizarre, aber auch überaus lustige Romanze münden lässt und das sympathische Duo ganz groß auftrumpfen lässt.

Fazit:
"Ananas Express" ist eine überaus gelungene Kiffer-Komödie, die sich nicht nur auf den üblichen Genre-Humor reduziert, sondern darüber hinaus mit Zügen einer Action-Komödie, mit zwei herrlich skurrilen, aber sympathischen Hauptdarstellern auftrumpfen kann und zudem mit einigen gelungenen Grundideen sowie einer versierten Inszenierung beste Unterhaltung bietet. Absolut empfehlenswert.

82%

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