Review
von Leimbacher-Mario
Nullrunde
„We shouldn't have come back.“ - In der Tat!
„Cocoon 2“ hat gegen Ende der 80er nicht lange auf sich warten lassen, nachdem das Original (gerade in den Staaten) einer der erfolgreichsten Filme seines Jahrgangs war, sicher vor allem bei älteren Herrschaften und seiner (für einen Sci-Fi-Film eher ungewöhnlichen) Zielgruppe. Nur leider haben sich sicher selbst die rüstigen Renter und Fans des Vorgängers unter einem Sequel Besseres erhofft... In „Cocoon 2“ kommen die leuchtenden Außerirdischen in Menschenhaut und riesigen Schleimkokons zurück auf die Erde - mitsamt der Altherrenmannschaft, die am Ende von Part One mit ins All flog und dem Tod, Krankheiten und den ungesünderen Auswüchsen der Menschheit von der Schippe sprang. Aber warum eigentlich dieser Sinneswandel? Das wollte sich mir während dieser zähen zwei Stunden nur sehr unbefriedigend erschließen...
„Cocoon“ war auch schon kein Feuerwerk in Sachen Spannung und Story. Aber er hatte Emotionen, einen frischen Blickwinkel und viel Herz. Sein Sequel dagegen wärmt nur auf oder untergräbt gar dessen Aussagen ziemlich tollpatschig und einfallslos. Und dennoch kommt man kaum von der Stelle. Die Effekte haben gefühlt eher einen Rückschritt gemacht, die Beziehungen und Charaktere werden nur scheinbar vertieft und machten bei mir nicht mehr ganz so „Klick!“ wie im ersten Teil, der Blödelhumor (dieses Mal etwa beim Basketball oder einer intergalaktischen Lebensmittelvergiftung) macht Miese. Die Figuren sind zwar noch die Gleichen und in manchen Themen/Gedanken wird nun versucht der Gegenpol anzustoßen - aber den hatte man als Zuschauer eigentlich schon längst im letzten Film angedacht. Für sich selbst. Vielleicht auch mit individueller Entscheidung. Genauso wie sich unsere alternden Protagonisten entschieden hatten. Nun wird vieles revidiert und vorgekaut. Das mag ich an „Cocoon 2“ nicht und halte ihn deswegen für unnötig bis misslungen. Ein paar brutal emotionale Abschiede und Momente reißen das Ruder dann wieder zumindest etwas rum.
Fazit: lauwarmer Aufguss und eine Rückkehr aus der Rente, die man sich hätte sparen können. Tut jedoch natürlich auch keinem weh. Unterläuft aber etwas das emotionale Finnish des Originals. Eine dröge, redundante Zugabe. Nett - im klischeehaftesten Sinne des Wortes.