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Als ich den Trailer damals gesehen habe, wusste ich schon, dass es sich bei dem Film um keinen großen Wurf handeln kann. Leider ist mir diese Tatsache erst während des Filmes wieder eingefallen und es hat sich die Vermutung leider bestätigt. Wintersonnenwende ist ein Fantasyfilm für Kinder/Jugendliche, die noch nicht zu sehr in der Lage sind bestimmte Dinge vorrauszuahnen oder sich über logische Ungereimtheiten Gedanken zu machen.

Wie auch die Handlung (Kampf zwischen Licht und Dunkelheit) befindet sich der Film sehr häufig im Zwiespalt positiver und negativer Dinge. So sind zum Beispiel die Beschützer des Wächters recht gut gecastet, der Wächter selbst (ein 14 jähriger Junge) wirkt allerdings viel zu oft überfordert und kann mimisch und gestisch leider nicht überzeugen. Ich muss zugeben, dass es wahrscheinlich nicht einfach ist für einen Jugendlichen so eine große Rolle zu übernehmen, aber genau dass ist es, was Jungstars ausmacht (Haley Joel Osment in The Sixth Sense war sehr gut gecastet) und davon ist Alexander Ludwig sehr weit entfernt.

Ebenso verläuft es mit den technischen Special Effects. Zum einen sind da Herrscharen von Raben, welche nicht computeranimiert sind und somit wunderbar zum Ambiente beitragen, zum anderen trifft man immer wieder auf schwache nachbearbeitete Szenen, wie zum Beispiel herabstürzende Eissplitter. Ich frage mich immer wieder, warum man etwas darzustellen versucht, was man nicht kann. Wenn man nicht singen kann, sollte man auch nicht zu einer Castingshow gehen.

Größtes Manko des Films ist allerdings sicherlich die Story. Wenn man bedenkt, dass man alles in der Art schoneinmal gesehen hat (zugegeben an Gut vs Böse lässt sich selten etwas erneuern) und das versucht wird ein wenig Herr der Ringe meets Harry Potter zu spielen, so könnte man wenigstens hoffen, dass es sich um eine durchschnittliche Wiedergabe dieser Dinge handelt. Jedoch verfällt der Film viel zu häufig in Erklärungen warum etwas passiert, obwohl es dem Zuschauer eigentlich schon lange klar ist. Wenn am Anfang des Filmes gesagt wurde, dass sich ein Siegel die Seele des Selbst ist, dann sollte schon ziemlich klar sein, wo sich das Siegel letztendlich befindet. Und wenn dann der junge Hauptdarsteller am Ende einen Monolog gegen die Dunkelheit hält, wirkt es leider eher peinlich als heldenhaft. Es mag sein, dass ich mit einer zu erwachsenen Haltung an den Film herangetreten bin, aber jeder Film muss sich darin verstehen auch ältere Zuschauer zu unterhalten (Betrachtet man beispielsweise diverse Disney Produktionen), doch das gelingt Wintersonnenwende leider fast nie.

Ich gebe zu, ich habe verlernt, solche Art Film aus einer Kinderperspektive zu sehen und daher schneidet Wintersonnenwende bei mir nicht sonderlich gut ab. Vielleicht ist es ja wirklich so, dass sich das junge Publikum bei dem Film wohlfühlt und mitfiebert, doch mich kann er leider nicht eine Sekunde lang in seinen Bann ziehen. Lobenswert sind die düsteren Bilder, Raben und der Zeitenwechsel, doch sonst ist der Film leider eine herbe enttäuschung; wenigstens für Erwachsene.

FAZIT 3/10

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