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Der arme Jeremy Irons hat Riesenpech mit der Liebe in den Filmen von David Cronenberg, haha. Ich empfand M. BUTTERFLY nicht als so qualvoll wie befürchtet. Gefallen hat er mir dennoch nicht. Die geheimnisvolle, für uns immer noch fremdartige chinesische Kultur sowie das politische Klima in China in den 1960ern sind bloß Staffage. Chinesische Oper ist auch sehr speziell und klingt bestimmt nicht nur in meinen Ohren wie Katzenmusik. Was dem Drama das Genick bricht: Sein einziges Geheimnis ist von Beginn an keins - man muss nur einen Blick auf die Rollenbesetzung werfen und weiß Bescheid. John Lone gibt sich sicherlich viel Mühe mit seinem Part, doch eine schockierende Enthüllung wie z.B. am Ende von SLEEPAWAY CAMP gibt es hier nicht. Cronenberg meinte in einem Interview, dass ein Geschlechtswechsel womöglich radikaler sei als die Metamorphose von Mensch zu Insekt, doch ich sehe das anders.
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kurz angerissen* erstmals veröffentlicht: 17.04.2008 Ebenso komplexes wie bildgewaltiges Werk über Liebe und Identität, das ausgehend vom Opernstück "Madame Butterfly" einen gewalttätigen Strudel eröffnet, an dem der Geist eines Menschen zu zerbrechen droht. Die Distanz zwischen zwei Körpern und der Liebe des einen Körpers zum anderen verkürzt Cronenberg, indem er von der Welt des Fleisches auf die Welt des Mentalen übergeht. Man ist es ja nicht anders gewohnt, aber auch in diesem Film des Kanadiers stecken Diskurse, die noch monatelang beschäftigen werden. *weitere Informationen: siehe Profil