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Wie quasi jeder schlechte Tierhorrorfilm von Nu Image wurde auch „Octopus“ im Eiltempo versequelt, hier unter der Regie von Yossi Wein.
Gedreht wurde die Chose im Ostblock, Spielort der Handlung ist allerdings New York, weshalb hier reichlich Stock Footage eingestreut wird, um den Eindruck zu erzeugen „Octopus 2“ sei auch dort gedreht. In Ostblock New York ist definitiv der Octopus los, denn ein riesenhaftes Exemplar cruist durch den Hudson River und verfrühstückt, was sich zu nah ans Wasser traut, wobei ein Obdachloser Zeuge eines Mitternachtsimbisses wird.
Die Wasserschutzpolizisten Nick (Michael Reilly Burke) und Walter (Frederic Lehne) sind die einzigen, welche die Geschichte glauben, während die restlichen Behörden die Ohren auf Durchzug stellen oder dem Pennbruder die Morde anlasten. So sind die beiden auf sich allein gestellt…

Nach dem verqueren Mischmasch aus U-Boot-Thriller und Monsterhorror im ersten Teil gibt sich „Octopus 2“ wieder klassisch. Will heißen: Beklaut „Der weiße Hai“ von vorne bis hinten. Wieder hört keiner auf den umsichtigen Cop, während sich die Opfer häufen, natürlich wollen die Stadtväter eine wichtige Festivität nicht wegen der Befürchtungen absagen. Weil es auf dem Hudson so schlecht mit Surfwettbewerben und ähnlichem ist, nimmt man gleich die Feierlichkeiten zum 4. Juli, die man nicht wegen amoklaufender Meeresfrüchte abblasen will.
Auch sonst wird kein Klischee ausgelassen, der Partner des Helden redet von Ruhestand und wird natürlich kurz vor der Pension vom Kraken weggesnackt. Ebenso wenig ausgespart wird eine klischeehafte Lovestory für die Hauptfigur, auch die obligatorische Alptraumsequenz darf nicht fehlen. Leider ist das Zusammenbasteln bekannter Versatzstücke einfach nur langweilig, das Vieh frühstückt halt Leute weg, bis es endlich platt gemacht wird, ein paar zu rettende Kinder machen die Chose zum Schluss dann auch nicht aufregender.
So schleppt sich „Octopus 2“ träge dahin, Action gibt es selten zu sehen. Allenfalls sehenswert der Versuch Nicks den Octopus mittels Bagger aus dem Wasser zu fischen, der Unterwasserkampf der Cops gegen das Biest ist unübersichtlich und macht daher nichts her, die finale Rettungsaktion im Tunnel besteht fast komplett aus Stock Footage aus „Daylight“ und macht daher wenig her.

Mit null Budget und dem katastrophalen Script alleingelassen macht Yossi Wein dann sogar einen halbwegs soliden Job, wenngleich die Mängel nur zu offensichtlich sind, vor allem wenn das Biest angreift. Entweder man greift auf äußerst schwache CGI-Effekte zurück, nimmt Stock Footage (wodurch die Größe des Biestes in einigen Szenen variiert) oder nutzt gute altmodische Effekte, wenn Fangarme aus Gummi rumwabern. Das ist auch nur mäßig überzeugend, hat aber immerhin den Charme des Handgemachten.
Darstellerisch ist hier freilich nichts los, die Besetzung besteht komplett aus Unbekannten und warum sie keiner kennt, merkt man an ihrem Schauspiel. Weder Michael Reilly Burke noch Meredith Morton noch Frederic Lehne, die Hauptakteure des Films, können wirklich auffallen und werden beinahe von dem CGI-Octopus an die Wand gespielt.

„Octopus 2“ ist der übliche Tierhorrorschrott aus dem Hause Nu Image, immerhin halbwegs ordentlich inszeniert, aber kreuzlangweilig, unoriginell und unspektakulär. Eine Schlaftablette wie der Vorgänger.

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