Als die Einwohner von Los Angeles eines Morgens von einem Erdbeben der Stärke 4,9 durchgeschüttelt werden, kann noch niemand ahnen, dass es sich dabei um den Vorboten eines unterirdischen Vulkans handelt, der aktiv ist und kurz vorm Ausbruch steht. Tatsächlich dauert es auch nicht lange, bis es zur Katastrophe kommt: Zunächst fangen die La Brea Teergruben Feuer und kurz darauf fließen schon Ströme von Lava den Wilshire Boulevard entlang und setzen alles in Brand, was sich in ihrem Weg befindet. Mike Roark, der Leiter des Katastrophenschutzes, und die Geologin Amy Barnes haben alle Hände voll zu tun, um zu verhindern, dass die ganze Stadt in einem Flammenmeer untergeht... Im direkten Vergleich mit "Dante's Peak", dem anderen vulkanischen Katastrophen-Spektakel von 1997, ist "Volcano" der sehr viel bessere und unterhaltsamere Film, der sich aufgrund seines hohen Maßes an Desaster-Action - die mitten in L.A. halt einfach erheblich mehr hermacht als in irgendeinem winzigen Berg-Kaff - und aufwendigen F/X-Sequenzen über die Jahre hinweg doch erstaunlich gut gehalten hat. Die flotte Inszenierung durch "Bodyguard"-Regisseur Mick Jackson, der 1984 mit der britischen TV-Produktion "Threads - Tag Null" ja bereits den ultimativen Katastrophenfilm abgeliefert hatte (nun aber natürlich nicht mehr wie damals auf schieren Terror und den Schlag in die Magengrube, sondern auf ein Fun-Gefühl à la Hollywood abzielt), reiht da munter die haarsträubenden Set-Pieces aneinander, während solche namhaften Akteure wie Tommy Lee Jones (ist wie immer 'ne Bank), Anne Heche und Don Cheadle ihr Scherflein dazu beitragen, dem Zuschauer nochmal einen nach alter 70er Jahre-Manier solcher Streifen wie "Flammendes Inferno" und "Erdbeben" gedeichselten, dünnen Inhalt zu verkaufen. Handlungs-mäßig gibt "Volcano" dann auch wirklich so gut wie nichts her, aber dafür macht es auch heute noch Spaß, dieser merklich ohne übertriebenen Computer-Einsatz, sondern noch mit eindrucksvollen Sets und vielen handgemachten Modell-Tricks entstandenen Zerstörungs-Orgie beizuwohnen, bei der auch die Darsteller nicht eine Sekunde lang mit ihren eindimensionalen Charakteren aus dem Drehbuchautoren-Setzkasten überfordert sind. Was solche Dinge wie Logik und die Gesetze der Physik anbelangt, sollte man im Sinne maximalen Entertainments sein Gehirn während des Ansehens übrigens wie immer lieber auf "Durchzug" schalten und nicht allzu sehr über einige Details nachgrübeln. Dennoch: Anders als "Dante's Peak" ist "Volcano" tatsächlich auch nach fast 30 Jahren immer noch eine ziemlich heiße Nummer...!
7/10