Tok sieht gerne Filme. Actionfilme, bei denen er sich gut unterhalten weiss. Tok weiss auch, dies sind nicht die besten Filme, die je gemacht wurden, aber sie gefallen ihm. "Fulltime Killer" hätte ihm gefallen. Dass nachdem Hongkong wieder zur Volksrepublik China gehört, im Jahre 2001 noch so etwas wie "Fulltime Killer" möglich ist, hätten die wenigsten geglaubt.
Denn dieser Film passt perfekt zu all den hochgejubelten, trendsetting Actionern, die damals produziert wurden. Jedoch schwimmt "Fulltime Killer" nicht auf der "A Better Tomorrow"-Welle mit, und designt sich komplett düster, viel mehr herrscht eine Retro-Ansage in "Fulltime Killer". Kommt jeder andere hippe Gangsterstreifen mit schicken, schlichten, schwarzen Klamotten daher, zelebriert Johnny To hier knallige Eighties-Farben, die sehr gut zu dem Gesamtbild des Filmes passen. Besonders in Szenen, in denen Andy Lau im "Gefährliche Brandung"-Style auf offener Straße herumballert, wird der Stil des Films deutlich.
Die Darsteller scheint das einen großen Spaß zu machen. Besonders "Last HK Action Star" Andy Lau scheint die Rolle des epileptischen Killers eine Menge Freude zu bereiten. So gut aufgelegt war der Star schon lange nicht mehr zu betrachten. Teenieschwarm Takashi Sorimachi und Kelly Lin, die das asiatische Kino auch bereits mit vielen Knallern versorgt hat, machen ihre Sache ebenso gut wie glaubwürdig. Besondere Erwähnung verdient noch Simon Yam, der wohl als durchdrehender Cop den Höhepunkt des Films darstellt. Seine Wandlung vom harten Killerhunter zum zitternden Sozialfall ist einfach exzellent.
Was die Action anbetrifft, bietet "Fulltime Killer" allerdings nur durchschnittliches Niveau. Sicherlich, gerade bei dem Shootout zwischen O und der Polizei gibt es einiges zum Hingucken, aber sonst hält sich der Film etwas bedeckt, was halsbrecherische Action anbegeht. Der Showdown mit den Feuerwerkskörpern ist zwar schön anzusehen, bietet aber kaum aufregendes Actionwerk, und ist nicht zu vergleichen mit den finalen Shootouts, die sonst ein John Woo produziert hätte.
"Fulltime Killer" ist ein guter Vertreter seines Genres. Ein kurzweiliger, geradliniger Film, ohne besondere Aussage, ohne unterschwelliger Botschaften. Eye-Candy-Entertainment aus Hong Kong, so wie es Tok gerne gesehen hätte.