A Bloody Cool HK-Time!
Mit einem wahren All-Star-Cast vor wie hinter der Kamera kommt dieses späte und moderne Hong Kong-Geschoss daher, dass sich ganz klar von Hollywood inspiriert und angestichelt anfühlt (welches ja selber vom Hong Kong zehn bis fünfzehn Jahre zuvor viel gelernt hatte!): über zwei gegensätzliche Auftragskiller in einer Welt voller Blei, Morde und „Ehre“, in der nur einer der beiden die Nummer 1 werden/bleiben kann…
Hong Kong goes meta?!
Kino inspiriert Kino. All over the World. Und genauso wie „The Matrix“ oder „Assassins“ von Woo oder Lee gelernt und andächtig abgekupfert haben, kann auch das Hong Kong-Kino der frühen 00er sich selbst und wiederum Blockbuster der Traumfabrik zum Vorbild nehmen. Und „Fulltime Killer“ geht da schon voll rein - von „Desperado“ bis „Point Break“ wird hier zitiert und sogar genamedropt was das Zeug hält. Und warum auch nicht. Alles legitim und viel eher Ehrerweisung und Zirkel als Plagiat. Dabei vergisst „Fulltime Killer“ keineswegs auch noch sein eigenes Ding durchzuziehen. Klar ist das etwas Style over Substance. Da schießen sowohl die Filmvergleiche als auch die Seitenwechsel und Zusammenarbeiten schnell. Ein Film, der definitiv eher über's Fühlen als über's Verstehen kommt. Aber es funktioniert. Da muss man manchmal Logik und Story ausschalten und einfach Schall, Rauch, Peng genießen. Und davon hat „Fulltime Killer“ massig. Und zwar audiovisuell sahnig vorgetragen.
Generationenduell
Fazit: brutal, stylisch, gut. Wenn auch im Grunde nichts Neues. Trotzdem auf den Punkt top durchgecrafteter Auftragsmörderwahnsinn. Fast als wäre Woo noch mit dabei und in Topform, ein Schuss Tarantino auch… „Fulltime Killer“ ist der ultraviolent Killershit, der Hollywood nochmal zeigen will, wo der Hammer hängt. Und es auch zum Teil schafft. Und dabei guckt ihnen Keanu immer über die Schulter… Hat mich keine Sekunde hängengelassen - selbst wenn sicher nicht alles sinnig oder erzählerisch klar erscheint!