Eine Familie trauert um ihre Tochter: Sie starb sinnlos bei einem Autounfall - weil der Fahrer betrunken war! Empörung und Frustration machen sich breit, als dann auch noch die Leiche in die Gerichtsverhandlung gebracht werden soll. Der Anwalt des Fahrers macht seine Sache gut und spielt alle Karten aus - er weißt seinen Mandanten zu verteidigen. Als dann der Richter auch noch gezwungen wird, die Verhandlung zu vertagen, sieht es für den Fahrer mehr als gut aus. Wird er am Ende wirklich an seiner Strafe vorbeikommen?
Um mal vorab ein wenig zu meckern, beim Abspann von License to kill hatte ich doch eine gehörige Zornesröte im Gesicht stehen, was gar nicht mal am Film selber lag, sondern an der Covergestaltung. Welcher wandelnde Hirnriss dafür verantwortlich war gehört ohne Zwischenstopp in die Vorhölle verbannt ohne Chance auf Bewährung. Hier ist groß Denzel Washington mit einer automatischen Waffe abgebildet, was zusammen mit dem Filmtitel und der 16er Freigabe doch auf ein recht gewalttätiges Filmchen schließen läßt, doch Pustekuchen. Washington ist gerade mal ein paar Minuten im Bild und statt einer automatischen Waffe trägt er lieber Anzug und Krawatte als Anwalt spazieren. Überhaupt gibt es in der gesamten Story überhaupt keine Knarren zu sehen, was für mich eine klare Verarschung seitens des Publishers darstellt, dem zur Strafe mindestens nonstop alle Filme mit Hansi Hinterseer zwangsverabreicht gehört.
Die Handlung selber ist dabei ein reinrassiges TV-Familiendrama der biedersten Sorte, bei dem die ältere Tochter von einem Betrunkenen zu Tode gefahren wird. Eigentlich ist der Streifen dabei gar nicht mal so übel. Wenn man selbst Kinder hat, kann man die Wut der Peterson Eltern über die schleppende Gerichtsverhandlung durchaus nachvollziehen. Für das trügerische Cover und die sehr schwache deutsche Synchro kann der Film ja auch im Grunde gar nichts, aber das Sehvergnügen ist doch schon sehr beeinträchtigt. Nochmal, mit Knarren oder Action hat License to kill nicht das Geringste zu tun, sondern ist wirklich ein lupenreifes Fernsehdrama, um eine Familie auf der Suche nach Gerechtigkeit und der Verlustbewältigung ihres 1 a Musterkindes mit Sternchen.
5/10