Review

Das wichtigste zuerst: das Ende! Endlich mal ein schöner überzeugender Schluß, der die schicksalshafte Liebe der Protagonisten Ana und Otto zu ihrem Höhepunkt führt und ein authentisches Plädoyer für die Echtheit und Unsterblichkeit der Liebe ist. Dachte ich. Und war einigermaßen überrascht, daß viele den Ausgang als offen bezeichnen und der Regisseur sich, seiner Aussage nach, vom unerträglich traurigen Finale dadurch zu befreien suchte, daß er sich gleich in seinen nächsten Film stürzte (ebenfalls ein Volltreffer: "Lucia und der Sex").

Alle Einschätzungen sind, denke ich, berechtigt und schließen sich nicht gegenseitig aus, weil die Liebe zwischen Ana und Otto seit der Kindheit aus beiden Perspektiven vermittelt wird, die sich zwar stark überschneiden, dabei aber niemals langweilen, auch weil sie sich nicht zu 100% zur Deckung bringen lassen.

Wenn Ihr andere Kurzinhalte gelesen habt über Ana und Otto, die offiziell Bruder und Schwester sind, und vielleicht die xte Abhandlung über den Ödipuskomplex befürchtet: Nur nicht beirren lassen, der Film handelt davon nicht, sondern schlicht vom Erwachsenwerden. Und das vollzieht sich vor hier allem durch Schmerz: dieser kulminiert in der bewegenden Katastrophe des Todes der Mutter. Alle anderen Tonarten von der unschuldigen Zuneigung der Kinder bis hin zu ihrem scheinbar zufälligen Weg zum Polarkreis treffen durch die erstklassigen Darsteller ebenfalls komplett ins Schwarze und sind filmisch elegant montiert.

Die deutsche Presse hatte bereits teilweise erfolgreich versucht, "Die fabelhafte Welt der Amelie" auf "Journal für die Frau"-Größe zusammenzufalten, damit Männer und andere Problemzonen ihn gar nicht erst ersntnehmen sollten. "Die Liebenden..." hätte vermutlich das gleiche Schicksal ereilt, wenn er die Aufmerksamkeit auf sich gezogen hätte, die er verdient, denn er weist einige Gemeinsamkeiten auf: Er ist sanft, poetisch, wundervoll, aber auch düsterer und dramatischer. Nicht, weil er mechanisch die Tränendrüsen malträtiert, sondern weil er das Wunderbare und Schmerzhafte im Alltäglichen sucht und findet. Er kann sich so alle Stereotypen getrost schenken, weil ihm solche Glücksgriffe ohne Anstrengung gelingen wie der Lebensretter im Film, der bergauf Ski fährt.

Details
Ähnliche Filme