Die Braut trug schwarz (1968)
Zunächst mal war ich skeptisch, hatte ich doch sofort wieder dieses musikalische Problem. Ich tue mich einfach sehr schwer mit orchestraler Filmmusik, und gerade zu Anfang fiedelt es hier doch aus allen Ecken als gebe es kein Morgen. Frau geht die Bahnhofsstufen hinauf, ein Sound als würde gerade der dramatische Showdown laufen. Das Gute an dem Film ist aber, er sieht es schnell ein und schraubt die anfängliche Überdosierung auf ein erträgliches Maß herunter, gefällt sogar immer mehr im Laufe der knapp 110Minuten und macht Platz für ein sehr ruhiges aber gleichzeitig spürbares und keineswegs unspannendes Drama. Der Film ist rund, sehr angenehm zu schauen und während die, ihrer einzig wahren Liebe beraubte, einsame "Braut in Schwarz" ihre Rache konsequent zu Ende bringt, wird der Zuschauer Stück für Stück mit dem Hintergrund und Auslöser der ganzen Geschichte gefüttert. Nicht ganz frei von Vorhersehbarkeiten, was aber dem Gesamteindruck in keinster Weise schadet.
Fazit: Straighter und ohne großen Schnickschnack auf den Punkt inszenierter 68er "Franzose" mit einer sehr präsenten Jeanne Moreau.
7,5 von 10 Kirchturmspitzen