Review

Die Skalpelle sind gewetzt, Leichen seziert und Kondome übergestriffen. Ring frei für den Alltag der Forensiker...


Inhalt: Der junge Pathologe Ted Grey bekommt eine Assistenzstelle in einem von Amerikas renommiertesten Krankenhäuser in Philadelphia. Als Jahrgangsstufenbester in Havard will er dort seinem Mentor, dem berühmten Pathologen Dr. Quentin Morris, sein können unter Beweis stellen. Doch er verliert sich schnell in einem makaberen Wettstreit mit  seinem Konkurrenten Dr. Jake Gallo und den anderen Pathologen, bei dem es nicht bloß beim sezieren von Toten bleibt...


An sich liest sich die Story wirklich nicht schlecht, erinnert sie doch ein bisschen an den deutschen Kittelthriller "Anatomie", doch "Pathology" hat durchaus Qualitäten die ihn von seinem deutschen Pendant abhebt.

Von Anfang an wird eine morbide Stimmung geschaffen. Sei es durch die derben Späße der Forensiker im beisein und mit den Leichen oder durch die sterilen Krankenhausgänge. Dazu trägt auch der Hauptdarsteller Milo Ventimiglia alias Ted Grey bei. Sein meist relativ ausdrucksloses Gesicht drückt eine wahre Kälte aus und würde so auch in jedes Fashionmagazin passen. Daneben spricht sein Filmname "Grey" auch für sich, nur leider ist er damit nicht wirklich eine Person mit der man sich identifizieren kann. Ein Gegenpol bildet seine Freundin Gwen, gespielt von Alyssa Milano, die in jeder Szene eine Warmherzigkeit und Vertrautheit ausstrahlt. Ich für meinen Teil war froh, die leckere Alyssa Milano mal wieder in einem Film zu sehen. Ein weitere Unsympath in der Runde stellt Dr. Jake Gallo dar, genauso gefühlskalt wie Ted, aber noch eine Stufe unberechenbarer.

Der eigentliche Kern der Geschichte bildet aber der Wettstreit der Pathologen... und der hat es wahrlich in sich. Nacheinander ist einer an der Reihe und muss einen Menschen umbringen, während die anderen erraten müssen, wie dies geschehen ist.
Doch "Pathology" wirft einem nicht nur die Tatsache des Tötens als Spiel an den Kopf, der moralische Krater, der sich auftut, ist um einiges größer. So werden Ted und auch die Zuschauer vor die Frage gestellt, ob das Opfer überhaupt das Leben verdient hat und ob der Tod nicht schon lange überfällig war. Leider wird darauf nicht weiter eingegangen, sondern findet nur anfangs Beachtung.
Die Gewaltexzesse steigern sich immer weiter bis zum -zugegebenermaßen- wenig überraschenden Ende. "Pathology" ist dabei keinesfalls ein Fest für Gorehounds -die blutigen Effekte halten sich in Grenzen-, aber auch nichts für schwache Nerven.

Aber die "Engel in Weiß" können nicht nur beim Zuschauer punkten. Die Sexszenen und die Drogeneskapaden zwsichen den Morden und in der Pathology wirken mehr als deplaziert und sind ein weiteres Indiz für die Respektlosigkeit und Arroganz gegenüber den Toten. Seltsam ist auch, dass Ted kaum zögert bis er seinen ersten Mord begeht, kein Nachdenken über die Tat und so gut wie keine Reue. Stören tut auch, dass die Story zum Schluß immer unlogischer und spannungsarmer gerät, dass hätte man durchaus besser machen können.


Fazit: Mit dem vorliegenden Werk ist dem deutschen Regiesseur Marc Schoelermann bei seinem Hollywooddebut ein allenfalls leicht überdurchschnittlich guter Film gelungen. Zwar überzeugen Setting, die Ansätze von Unmoral und das gut aufspielende Ensemble. Gegen die Löcher im Drehbuch, aufkeimende Gleichgültigkeit dem Geschehen gegenüber und einige fragwürdig plazierten Szenen ist aber kein Kraut gewachsen.

5,4/10


Topfilmzitate:
Dr. Jake Gallo: "Hey, wenn du das Spiel gewinnen willst, dann musst du auch etwas auf den Tisch legen..."

Dr. Jake Gallo: "Diese ganze beschissene Angelegenheit. Das Ereignis, das für dich so dramatisch war, ist unbemerkt an der Welt vorüber gegangen und du fühlst dich wie neu geboren."


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