Review

Faces of Death: Greys Anatomy-Edition


Ärzte in der Pathologie - die bekommen mit Sicherheit die schlimmsten, unvorstellbarsten und bizarrsten Todesfälle und Leichen vor die Nase. Warum dann nicht selbst zu einem derart ausgefuchsten Killer werden, dass die Kollegen die Art des Mordes nicht entschlüsseln können?! Das ist das kranke, aber nicht uninteressante Konzept hinter dem Hochglanz-Thriller „Pathology“ mit u.a. „This Is Us“-Liebling Milo Ventimiglia. 

Hier treffen ziemlich fiese, zerfledderte und untersuchte Leichen auf hübsche, glatte Gesichter der jungen Ärzte, wirklich „Faces of Death“ trifft „Grey’s Anatomy“, so strange sich das auch anhören mag. Doch dieser Gegensatz hat ja seinen Reiz. Zumindest könnte er das haben. Doch leider sind weder die Figurenzeichnungen noch die lapidare Geschichte (abgesehen von der starken Prämisse) auf der Höhe bzw. überdurchschnittlich. Die videoclipartige Optik hält oberflächlich bei Laune, vergisst allerdings durchweg tiefer zu gehen, das Ganze wirkt zu keinem Zeitpunkte je richtig fies, richtig packend, richtig kreativ oder immerhin richtig cool. Alles wird nur angeschnitten und überflogen, nie bekommt man genaueren Zugang oder echte Gefühle mit auf den Weg. Frau Milano ist immer nett anzusehen, alles hier ist leicht für die Augen und als Gegenentwurf zu gelackten, kitschigen US-Arztserien kann das seinen Reiz haben - ist dann jedoch für mich nie bissig oder rau genug, um einen länger zu beschäftigen oder endgültig zu fesseln, im Endeffekt fast genauso harmlos wie seine „Ziele“. Das ärgert. Höchstens als (eingeschränkter) Guilty Pleasure noch brauchbar. 

Fazit: selten lagen Käse und Ekel, Quatsch und Spannung, Dummheit und Entertainment näher zusammen. Aber so oder so: als purste (Guilty Pleasure-)Thrillerunterhaltung funktioniert „Pathology“ noch am ehesten. Zumindest bei mir. Wenn auch maximal oberflächlich und ohne Mehrwert. Ähnlich nachhaltig und echt wie ein McChicken. 

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