John C. Reilly spielt den Musiker Dewey Cox, der nach dem Tod seines Bruders von klein auf von seinem Vater gedemütigt worden war, da dieser glaubte, dass der falsche Sohn gestorben sei. Anschließend stieg er zu einem der bekanntesten Musiker der Welt auf, heiratete, wurde wieder geschieden und wurde schließlich drogenabhängig.
Die glorreichen Zeiten von "Die nackte Kanone" liegen weit zurück und auch "Hot Shots 2" gehört der Vergangenheit an. Seit Jahren dominieren schwachen Parodien wie die Machwerke "Date Movie", "Disaster Movie" oder "Funny Movie" von Friedberg und Seltzer das Genre, genauso, wie die kaum besseren "Scary Movie"-Filme oder die Prosieben "Funny Movie"-Reihe, die nicht halten konnte, was der Name versprach und selbst die Ikone des Genres, Leslie Nielsen konnte schon lange nicht mehr durch eine wirklich gute Parodie überzeugen, umso höher ist "Walk Hard - Die Dewey Cox Story" zu bewerten, der vor allem "Walk the Line" parodiert.
John C. Reilly ist ein echter Höhepunkt des Films und glänzt nicht nur durch überdrehten Slapstick-Humor, wie man ihn aus vielen anderen Parodien gewohnt ist, sondern durch ein starkes Spiel, mit dem er die sehr eindimensional und bewusst klischeehaft konstruierte Hauptfigur mit Leben erfüllt und die Sympathie des Zuschauers erweckt. Außerdem zeigt er nach "Chicago" und "Robert Altmann`s Last Radio Show" erneut sein musikalisches Talent, so stehen sein Gesang und seine Choreographie der Leistung von Joaquin Phoenix in "Walk the Line" in nichts nach. Damit hat sich Reilly, der bisher eigentlich nur durch Nebenrollen in größeren Produktionen in Erscheinung treten konnte seine Golden Globe-Nominierungen als Bester Hauptdarsteller und für den besten Filmsong redlich verdient. Der übrige Cast, ist aber ebenfalls überzeugend und mit einigen Gastauftritten, u.a. von Jack Black, Justin Long und Jason Schwartzman, gespickt.
Humor ist bekanntlich Geschmackssache und individuell anders. Umso besser ist es, dass "Walk Hard" für jeden etwas bietet. Sicherlich setzt man, wie tausende andere Parodien zuvor auch auf Slapstick bzw. auf flachen und heiteren Klamauk, aber auch auf anspruchsvolleren und hintergründigen Humor, mit dem man nicht nur "Walk the Line" und andere Musikerbiografien, wie "I`m not there" hervorragend parodiert, sondern den Lebensstil diverser Musikikonen zwischen mehreren Affären und Drogenexzessen, so kommen auch Buddy Holly, Bob Dylan, Elvis Presley oder die Beatles im Film vor. Natürlich zündet bei dieser gelungenen Mischung nicht jeder Gag, aber doch so viele, dass "Walk Hard" von Anfang bis Ende gut unterhalten kann. Darüber hinaus wird man aber kaum respektlos und lässt den Filmen, die parodiert werden weitestgehend ihre Würde.
Wer gern Musik von Johnny Cash hört, wird auch musikalisch bei "Walk Hard" voll auf seine Kosten kommen, da die Auftritte sehr zahlreich dosiert sind und John C. Reilly einige musikalische Höhepunkte zu bieten hat. Die Kameraführung ist bei den Auftritten des fiktiven Musikers sehr gut und auch ansonsten ist die Optik, ähnlich wie bei "Walk the Line" ziemlich gut. Das Erzähltempo ist relativ schnell, so kann Regisseur Jake Kasdan durchaus gut unterhalten, auch wenn die eine oder andere Länge dabei ist. Die Atmosphäre ist heiter und locker, wie der gesamte Film.
Die Handlung hangelt sich sehr offensichtlich an "Walk the Line" entlang, wobei einige Wendungen sehr amüsant abgeändert sind. Die Charakterkonstruktion entspricht mit Absicht dem Klischee und, auch wenn die Story sicherlich besser ist als bei einigen anderen Filmen des Genres, ist sie dennoch höchstens mittelmäßig.
Fazit:
"Walk Hard" ist die beste Parodie seit Langem, die vor allem durch die hervorragende Leistung von John C. Reilly und den abwechslungsreichen Humor überzeugen kann und damit über die volle Laufzeit lockere und heitere Unterhaltung bietet, auch wenn sich einige der Gags als Rohrkrepierer erweisen. Darüber hinaus überzeugt auch die Filmmusik, die allen Cash-Fans gut gefallen dürfte.
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