Review

Verboten, indiziert und immer wieder verboten. Trotzdem feiert George A. Romeros Splatterklassiker "Zombie" eine Neuveröffentlichung nach der anderen. Die Story (in einer von menschenfressenden Zombies bevölkerten Welt verschanzen sich vier Menschen in einem Einkaufszentrum) dürfte allgemein bekannt sein. Ähnlich wie "Blutgericht in Texas" wurde auch dieser Film bis heute unzählige Male kopiert. Die deutschen Zensoren agierten hier allerdings etwas vorsichtiger, was vielleicht daran lag, dass der Streifen auch von vielen hiesigen Kritikern euphorisch gefeiert wurde. Erst Anfang der 90er Jahre wurde die alte deutsche Videofassung, die bereits geschnitten, aber noch gut ansehbar war, bundesweit beschlagnahmt. Bei einer neuen Version, die unverschämterweise den Titel "Zombie - Das Original" trug, hat der deutsche Verleih es doch tatsächlich fertiggebracht, einen der blutigsten Horrorfilme aller Zeiten so stark zu schneiden, dass man ihn problemlos im TV-Nachmittagsprogramm senden könnte.

"Zombie" ist eine virtuos inszenierte apokalyptische Horrorvision, die den Zuschauer gleich zu Beginn in einen Strudel brutalster Gewalt zieht. Romero versucht ganz bewusst, beim Publikum einen Abstumpfungsprozess gegenüber extremer Brutalitäten einzuleiten. Der Zuschauer empfindet nach anfänglichem Ekel schnell Freude an der grausamen Tötung der Zombies, was den Film tatsächlich ein wenig gefährlich macht. Spätestens am Ende wird allerdings die Aussichtslosigkeit der Tötungsorgien offensichtlich. "Zombie" ist aber nicht nur exzellentes Schockerkino, sondern auch eine schwarze Satire über den amerikanischen Kapitalismus. Die Idee, das Massaker in einem Einkaufszentrum stattfinden zu lassen und dabei die Konsumgeilheit aller (menschlichen) Beteiligten zu karikieren, ist schlicht genial. Eben "Amerika aus der Sicht des Teufels."

Fazit: Kultfilm den man gesehen haben sollte!

Details