Jeder kennt ihn, selbst wenn man ihn noch nicht gesehen hat, vom Hörensagen zumindest . Einer der besten Zombiefilme aller Zeiten und ein filmhistorisches Monument des Genres!
George A. Romeros DAWN OF THE DEAD!
Unglaubliches passiert auf der Welt! Die Toten kehren als hirnlose menschenfressende
Bestien ins „Leben“ zurück. Die Wissenschaft steht vor einem Rätsel und muss hilflos mit ansehen wie die Untoten langsam aber sicher die Oberhand gewinnen.
Eine kleine Gruppe von Menschen kann jedoch in ein immenses Kaufhauscenter fliehen, doch bald kommen die Zombies auch dort hin. Es entsteht ein erbitterter Kampf ums Überleben. Aber nicht nur die Zombies wollen in das Kaufhaus, sondern auch eine Gruppe von Mottoradrockern!
Unbeschreiblich was sich da Romero hat einfallen lassen! Die Wahl eines Riesenkaufhauses als Ort des Kampfes ums Überleben hat nicht nur einen immensen gesellschaftskritischen Charakter, sondern er bietet eine perfekte Ausgangsbasis für ein munteres Versteckspiel. Zudem gibt es in diesem Kaufhaus ein Waffengeschäft, was sich als durchaus praktisch für die Dezimierung der hirnlosen Genossen erweist.
Die Hirnlosigkeit der meisten Zombiefilme vertritt Romero keineswegs. Er baut aktiv kritische Momente in seine scheinbar stupiden Filme ein. So ist der Ort des Kaufhauses das Symbol für den Massenkonsum der Gesellschaft. Das sich gerade dort für die Gruppe von Überlebenden ein erbitterter Kampf ums Überleben ereignet ist bezeichnend und lässt, allgemein gesprochen, die kontradiktiven Komponenten unserer Konsumgesellschaft erkennbar werden. Man kann, muss jedoch nicht, „Dawn of the dead“ als gesellschaftskritischen Film sehen. Das diese Vermutung der impliziten Gesellschaftskritik nicht ganz abwegig ist, belegen Romeros Nachfolgeteile „Day of the dead“ aber auch „Land of the dead“!
Jedoch soll bei dieser Review nicht die Betrachtung der Gesellschaftskritik von „Dawn of the dead“ im Zentrum stehen, denn jeder kann für sich das rausfiltern was er gerne in „Dwan...“ sehen möchte.
Die Atmosphäre des Films ist einzigartig! Neben der schon erwähnten genialen Ortswahl für den Film, tragen zur gelingenden Atmo. viele amüsante Ideen, wie beispielsweise das Auftauchen einer Rockerbande im Kaufhaus und der geniale Score, bei! „Goblin“ schafft durch Synths und brettharte Riffs eine durchgängig adäquate musikalische Untermalung der Filmszenen!
Die Effekte von Tom Savini sind fast immer genial. Durch die Masse an Darstellern war es ein Knochenjob, denn jeder musste geschminkt werden, was natürlich viel Zeit einnimmt und beim Filmedrehen hat man nie zuviel Zeit. So berichtet Romero in einem Interview, dass er das Kaufhaus nur Nachts zum drehen verwenden konnte, was sehr belastend für Crew und Darsteller war. So ist es verständlich, dass nicht jeder Zombie genial aussieht, aber das ist Aufgrund des Zeitdrucks und der Masse an Arbeit zu verzeihen.
Splatter und Gore gibt’s bei „Dawn of the dead“ in überproportionalem Maße. Zudem sind diese Effekte durchweg gelungen.
Savini, der selbst in der Rolle des Rockerbosses zu glänzen weiß, hat demnach eine solide Arbeit in Sachen Maske, Gore und Splatter hingelegt!
Schauspielerisch begeistern die Darsteller durchweg, besonders der Farbige macht eine geniale Figur! Von extremen Überskizzierungen der Protagonisten lässt Romero die Finger, was der Atmosphäre sehr gut tut und den Darstellern die notwendige Authentizität verleiht!
So ist DAWN OF THE DEAD einer der besten Filme dieses Genres. Er vereint gesellschaftskritische Komponenten mit genialer Unterhaltung.
DAWN ist KULT und wird es wohl für IMMER bleiben! Beleg dafür ist Romeros NIGHT OF THE LIVING DEAD, der als Exponat im Museum of modern art steht.
Zombies sind somit Kulturgut! Lustig aber wahr!
10 Punkte