Review

Wer kennt ihn nicht? "Dawn Of The Dead" aus dem Jahre 1978 von Goerge A. Romero. Genau, dass ist der kleine grauhaarige Kautz, mit der warscheinlich dicksten Hornbrille die je getragen wurde, welcher uns "Night Of The Living Dead" bescherte und als Gründer des Zombie Genre gilt.

"Dawn Of The Dead" ist der 2. Teil der hochumjubelten Dead Trilogie, die mittlerweile jedoch keine Trilogie mehr ist, da uns Romero 2005 den Zombiefilm "Land Of The Dead" auftischte.

Der Film hat natürlich ein paar Jahre auf dem Buckel. Ja und dies sieht man ihm durch und durch an. Ich besitze die Argento Cut Fassung, welche dem Film ein ein gewisses Tempo verleiht. Zuvor habe ich die Ultimate Cut Version gesehen, welche ich jedoch unter keinen Umständen empfehlen kann. Zwar ist sie wesentlich länger (überwiegend Dialoge), aber sie wirkt konfus zusammengeschnitten und weist einige Längen auf.

Über die Story will ich nicht viele Wort verlieren. Die Erde wird von Zombies heimgesucht und 4 Menschen verschanzen sich in einem Kaufhaus. Daher der wundervolle dt. Titel "Zombies Im Kaufhaus". Witzig zu beobachten, wie der Film damals vermarktet wurde.

Bis auf die Thematik und dem Kaufhaus hat der Film nicht das geringste mit seinem gleichnamigen Remake zu tun. Hier regieren die Schlumpfzombies (Romeros Untote sind leicht blau geschminkt). Anders als Lucio Fulci (trug ebenfalls eine dicke Hornbrille ... zufall?), geht Romero nicht davon aus, dass die Zombies die Handlanger des Voodoo sind. Romero begründet das Herumwandern der Untoten eher auf den Konsumwahn der Menschheit, weshalb man durchaus sagen kann, dass "Dawn Of The Dead" satirische Elemente beinhaltet. Der Film ist keine sinnlos brutale Splatterorgie, wie die meisten Filme von Fulci.

Ich finde sogar, dass sich die Brutalität arg in Grenzen hält. Klar, es gibt Kopfschüsse bis zum abwinken und auch die eine oder andere Gedährme-rausrupz-Szene ist zu sehen, doch die Effekte sind schlichtweg nicht mehr zeitgemäß. Damals sicher skandalös, doch heute eher belächelt und mir ist es ein Rätsel, wieso der Film in Deutschland immer noch verboten ist.

"Dawn Of The Dead" ist unverkennbar ein B-Movie. Er punktet aber mit grundsoliden Schauspielern. Ja sie legen Talent an den Tag. In einem Zombiefilm? Jup! Sie bieten allesamt die überzeugenste Leistung, die in einem Zombiefilm aus den 70gern/80gern zu finden war. Anders als seine Genre Nachahmer, legte Romero darauf wert. Auch bietet der Film nette Ideen (z.B. Schubkarren Action) und hey, man sieht Tom Savini als Rocker, was will man mehr hehe.

Die Musik, von der italienischen Band Goblin, sprengt jedoch manchmal die Grenze des Unerträglichen. Wirklich schlimmes gedudel will ich meinen. Ich muss gestehen, dass ich nicht genau weiss, ob in Romeros Schnittfassung diesselbe Musik den Film begleitet. Für den einen kultig, für den anderen nervtötend. Mir ging es gehörig auf die Nerven.

Fazit: Nicht der beste Horrorfilm aller Zeiten, für den ihn nicht wenige halten, aber dennoch ein Klassiker, welcher für aufgeschlossene Horrorfans sicher sehenswert ist. So werden Filme nie wieder aussehen ...

8/10

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