Im Jahr 1978 erblickte der Film "Dawn of the Dead" das Licht der Welt und sollte als der beste Zombie- und Horrorfilm aller Zeiten in die Filmgeschichte eingehen. Bereits 10 Jahre zuvor hatte der Regisseur George A. Romero seinen ersten Zombiefilm gedreht - "Night of the Living Dead". Er revolutionierte das Horrorgenre und machte dem Publikum auf einer neuen Ebene Angst. Doch "Dawn" sollte ein noch größerer Meilenstein werden. Diesmal sollte nicht der Rassismus als Gesellschaftskritik dienen, sondern der Materialismus und unser Konsumverhalten. Und welcher Schauplatz eignet sich dafür am besten? Richtig - Eine Shopping Mall! Romero verfrachtet die vier Protagonisten in ein riesiges Einkaufszentrum. Eine Idee, die es vorher so noch nicht zu sehen gab. Nachdem die vier Hauptpersonen Peter, Roger, Stephen und Francine die Mall "gesäubert" haben, leben sie sich dort so richtig sein. Die Mall ist ihr neues Heim. Wer hat sich nicht schonmal vorgestellt wie es sein muss ein ganzes Einkaufszetrum nur für sich zu haben? An so etwas hat wohl jeder schonmal gedacht. Und deshalb funktioniert die Idee auch so gut im Film. Die Zombies wollen immer wieder rein in die Mall, obwohl sie nur von ihren Trieb zu fressen geleitet werden. Die Mall ist ein Ort an dem sie sich früher wohlgefühlt haben. Sie wollen dort rein, haben aber eigentlich keinen Grund dafür. Es war ein alltäglicher Ort in ihrem früheren Leben. Wer kennt das nicht? Ich muss auch regelmäßig in die Stadt oder in ein Einkaufszentrum. Ich weiß auch nicht woran das liegt, aber ich fühle mich dort auch wohl. Und ich kaufe auch öfters mal Dinge, die ich eigentlich gar nicht brauche. Und Romero weiß, dass sie Gesellschaft so tickt. Die vier Protagonisten "kaufen" sich in ihrer eigenen Mall Pelzmäntel und andere Dinge, die völlig überflüssig sind. Sie brauchen sie nicht. Doch sie fühlen sich einfach wohl, wenn sie diese Dinge haben. Als die vier darüber reden warum die Zombies immer wieder kommen und was sie eigentlich sind, sagt einer von ihnen, dass sie nur eine Reflektion unserer Gesellschaft sind. (They're us, that's all. They don't know why...they just remember. Remember that they wanna be in here.) Damit trifft Romero den Nagel genau auf den Kopf! Der Film ist also nicht bloß ein reiner Horrorfilm mir viel Gore und Action. Er ist viel mehr. Er bietet sogar Humor(!) und Gesellschaftskritik. Diese Aspekte kommen besonders gut in Romero's Schnittfassungen zum Vorschein. Argento's Fassung wirkt hingegen eher wie ein schneller Actionfilm mit einen schnellen Score und viel Gewalt. Romero gleicht das aber imo alles besser aus. Sein Film hat zwar die ganze Action, aber wirkt nie so actionlastig wie Argento's Version. Denn er hat noch viel Humor eingebaut und die Musik ist viel langsamer. Er verwendet z.B. typische Kaufhausmusik aus den 70ern (sogar in Actionszenen). Das könnte auf den ersten Blick eher lächerlich wirken. Und ich denke genau das wollte Romero auch damit erreichen. Somit wird noch deutlicher, dass nicht die Zombies die eigentliche Bedrohung sind, sondern wir selbst. Er parodiert uns durch die Zombies. Unser ganzes Konsumverhalten ist lächerlich! Wir sind kein bisschen besser. Denn selbst die Zombies wollen immernoch ins Kaufhaus, obwohl sie ja tot sind und nicht einmal mehr denken können! Eine Reflektion unserer Gesellschaft. Wir gehen ins Kaufhaus, kaufen teure Sachen ohne dabei nachzudenken. Letztendlich kaufen wir Mist, den wir gar nicht brauchen. Und trotzdem fühlen wir uns gut, wenn wir mit vollen Einkaufstaschen nach Hause kommen. Schön ist es auch, dass die Zombies nicht wirklich wie Zombies aussehen, sondern eher Comichaft daher kommen. Das ganze unterstreicht nochmal alles perfekt und ist das i-Tüpfelchen. Die letzte halbe Stunde im Fim macht das noch deutlicher. Die Biker Gang plündert jeden Mist, den sie tragen können. Wozu? Die Welt steht vor der Apokalypse und sie plündern Turnschuhe und Handtaschen? Total lächerlich! Hiermit ist Romero nicht bloß ein weiter Horrorfilm gelungen, sondern ein absolutes Meisterwerk, das bis heute nichts von seiner Aussagekraft und Intensität verloren hat. Für mich immer noch top aktuell. Dieser Film regt zum Nachdenken an. Endlich mal ein sehr intelligenter Horrorfilm, der wirklich alles hat und an Atmosphäre wohl kaum zu überbieten ist!
Zu den drei Fassungen möchte ich noch sagen, dass mir die U.S. Theatrical Version am besten gefällt. Sie ist ruhig, die Gesellschatfskritik kommt schön zum Vorschein, sie hat Humor, den besten Soundtrack, den besten Schnitt, das beste/schönste Color Timing, die ganze Action und auch einen ordentlichen Gore-Gehalt. Hier wirkt alles sehr ausgewogen und der Filmfluss ist imo auch am besten. Der Film hat hier einfach ein angenehmes Tempo. Trotzdem ist der Film in jeder offiziellen Fassung zu empfehlen! Von mir bekommt der beste Zombie- und Horrorfilm aller Zeiten ganz klare 10/10 Punkte!