In Amerika treiben die Untoten ihr Unwesen und machen jeden Menschen, den sie beißen, zu einem der ihren. Ein Reporter und seine schwangere Frau sowie zwei Mitglieder eines SWAT-Teams fliehen mit einem Hubschrauber und landen auf einem großen Kaufhaus, wo sie sich versorgen und schützen können, nachdem sie große Bereiche von den Zombies abtrennen konnten. Als dann, Wochen später, eine Motorradbande im Kaufhaus zu randalieren beginnt, ergeben sich neue Probleme.
"Die Nacht der lebenden Toten", "Zombie" und "Zombie 2" sind und bleiben Kult, da George A. Romero, der in entsprechenden Kreisen nach wie vor als ein Meisterregisseur angesehen wird, mit ihnen den Zombiefilm begründete und das Horrorgenre revolutionierte. Und "Zombie", oder "Dawn of the Dead", macht seinem Ruf nach wie vor alle Ehre und hat über dreißig Jahre, zahlreiche Plagiate und sein Remake hinweg kaum etwas seiner Spannung und seiner beängstigenden Wirkung verloren.
Dabei ist die Story ähnlich simpel, wie bei vielen Nachfolgefilmen. Die Zombies sind da. Wo sie herkommen wird nicht klar, wie der entsprechende Virus funktioniert, bleibt schleierhaft, warum sie lediglich durch Abtrennung oder Zerstörung des Kopfes zu töten sind, ebenso. Im Grunde ist dies aber auch nicht weiter wichtig, angesichts der Konzeption des Films im Grunde egal. Dann hätten wir da eine Gruppe aus vier Überlebenden, die sich zusammenschließen und mit dem Hubschrauber auf einem Supermarkt landen, während zunehmend weniger Informationen über diverse Medien sie erreichen. Und so ist nach der Exposition nur noch eines von gehobenem Interesse, wie es auch schon im Vorgänger "Die Nacht der lebenden Toten" der Fall war: Die Charaktere und ihre Reaktionen auf die Gefahr.
Hier wiederum hätten wir einen etwas unbeherrschteren und panischen SWAT-Beamten und einen wesentlich ruhigeren, der überlegt und logisch agiert, während der Reporter ebenfalls relativ ruhig bleibt und immer wieder über sich hinauswächst, um sich und seine schwangere Frau zu schützen, die sich wiederum nicht so einfach den drei Männern unterordnen will. Da auch die Konflikte zwischen den vier Personen, die zum Überleben zur Zusammenarbeit gezwungen sind, gut konstruiert sind, gewinnt "Zombie" trotz seines zunächst simplen und auch recht vorhersehbaren Plots an einer gewissen Tiefe und versinkt bis heute nicht in der Masse an Genreproduktionen. Des Weiteren zeichnet Romeros unterschwellige Kritik am amerikanischen Konsumwahn den Film ebenfalls als einen der besten Vertreter seiner Zunft aus.
Da Romero seine Zuschauer im Ungewissen über das, was außerhalb des Kaufhauses geschieht, lässt und die Zombies als äußere Gefahr perfekt zu nutzen weiß, ist die Atmosphäre durchgehend spannend, wobei man angesichts der recht aufwendig umgestalteten Kulissen deutlich den Niveau-Unterschied zu "Die Nacht der lebenden Toten" bemerkt. Der Soundtrack ist dabei ebenfalls hervorragend gewählt, sodass man Romero eine handwerklich überaus gelungene Umsetzung seines Films ohne weiteres attestieren kann. Narrativ wird dabei ebenfalls hervorragende Arbeit geleistet, sodass "Zombie" trotz seiner, für einen Genrefilm extrem hohen Lauflänge nur wenige zähere Stellen hat und durchgehend unterhaltsam und spannend bleibt. Ausgebremst wird das Ganze höchstens durch die beiden dramaturgischen Brüche nach der langen Exposition und den Zeitsprung von mehreren Wochen, aber auch dies lässt sich ohne Weiteres verschmerzen. Bei den Action- und Splatterszenen, die durchaus recht brutal sind, aber die Indizierung vom heutigen Standpunkt betrachtet nicht mehr wirklich rechtfertigen, sieht man dem Film sein Alter durchaus an, aber sehenswert sind sie auf jeden Fall dennoch.
Darstellerisch gibt es keinen Grund zur Beschwerde, auch wenn keiner der von Romero ausgewählten Schauspieler eine größere Karriere starten konnte. Dabei überzeugt besonders Ken Foree, der die Rolle des ruhigen, zu jedem Zeitpunkt überlegt handelnden SWAT-Beamten sehr sympathisch und realistisch auf die Leinwand bringt, während auch David Emge und Scott H. Reiniger gute Arbeit leisten. Besondere Anerkennung verdient dabei die Leistung von Gaylen Ross, die ihren Charakter gelungen verkörpert und sich auch darstellerisch nicht von ihren männlichen Kollegen unterbuttern lässt, womit sie nicht zu einer untätigen, lediglich hysterisch herumkreischenden Nebenfigur verkommt.
Fazit:
"Zombie" bietet zwar einen enorm simplen Plot, weiß aber bei der Charakterkonstruktion und der Konsumkritik zu punkten, ist darüber hinaus fast durchgehend spannend und atmosphärisch inszeniert und auch unter darstellerischen Gesichtspunkten durchaus gelungen. Damit wird Romeros Kultfilm seinem Status gerecht, auch wenn er aufgrund seines Alters leichte Verschleißerscheinungen zeigt.
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