Review

In Amerika ist eine Seuche ausgebrochen, wodurch sich die Toten aus ihren Gräbern erheben und jeden nicht-infizierten Menschen durch Anknabbern ebenfalls in Untote verwandeln. Ein Gruppe von Menschen flüchtet in ein Einkaufszentrum und verbarrikadiert sich. Durch immer mehr werdende Zombies bedroht, erscheint die Situation ausweglos...

Das ist er also, der allgemein als bester Zombie-Film bezeichnete "Dawn of the Dad". Nun, innerhalb des Zombiegenres sticht er sicherlich hervor, nicht zuletzt durch die Beschlagnahme-Aktionen, die den Film vor allem in Deutschland erst richtig interessant machten.
 "Dawn" bietet durchaus einige derbe Splatter-Szenen, die auch heutzutage noch ihre Wirkung entfalten. Die Atmosphäre des Films hat einen herrlichen 70er-Jahre Charme, besonders dank Tom Savini's Make-Up-Designs und durch die passende musikalische Untermalung von Goblin. Allerdings kommt "Dawn" nicht an den Vorgänger "Night of the living Dead" heran, was an der plakativen Anwendung der Effekte liegt. Etwas mehr Suspense hätte hier gut getan. Zudem bleiben die ganz grossen Überraschungen in der Handlung leider aus. Irgendwie ist von vornherein klar, daß von den Protagonisten die meisten im Verlauf des Filmes abnippeln. Die Charaktere sind zwar glaubwürdig, es fehlt ihnen aber an Charisma. Den Film auf seinen reinen Splatter-Anteil zu reduzieren und daran zu bewerten wäre dann aber doch unfair. Durch die ständige Gefahr in der sich die Hauptfiguren -mit denen man sich durchaus identifizieren kann- befinden, wird die Spannung durchgängig aufrecht erhalten. Und mit dem Auftauchen der Motorrad-Rocker nimmt der Film dann im letzten Drittel nochmal richtig Fahrt auf.

In den gemächlicheren Passagen versucht der Film, die Charaktere weiter zu vertiefen, was aber beim Versuch bleibt.  Und auch angesproche Fragen für den Grund der Seuche bleiben (gewollt) unbeantwortet. Allerdings regt ein offen gelassenen Ende sogar zum Nachdenken an.

Bei der Schnittfassung hat man die u.a. die Wahl zwischen dem deutlich zu lang geratenen Ultimate Final Cut (der aber auch nicht alle gedrehten Szenen enthält) oder dem wesentlich temporeicheren und damit besseren Euro-Cut (Argento-Cut).

Fazit:
Der durch die vielen Kontroversen erlangte Kultstatus ist nach wie vor vorhanden, dank ausreichend Gore, Action und Spannung ist Romeros Kommentar zur Konsumgesellschaft immer noch sehenswert.

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