Review

Zum Abschluss des Oktobers ein absolutes Meisterwerk:
Zombie
1992 habe ich Horror als "mein" Genre entdeckt, angefangen mit Heftromanen über Stephen King bis hin zum Horrorfilm. Ein oder zwei Jahre später fiel mir auf einem Flohmarkt eine selbst aufgenommene Videokassette mit selbst gebasteltem Cover in die Hände, das Freitag der 13. Und Zombie enthielt.
Damals wusste ich noch nicht, dass es die geschnittene Marketingfassung des Argentocuts enthielt, ich war einfach froh, diesen Inbegriff des bösen Films sehen zu können.
Mittlerweile gibt es die ungekürzte Fassung legal als BluRay und ich hab mir den Film das erste Mal seit Ewigkeiten in der (gelungenen und sorgfältigen) deutschen Synchro angeschaut.
DerFilm ist der fieberhafte Alptraum einer untergehenden Welt. Die erste Sequenz wirft einen in ein Nachrichtenstudio, das längst bedeutungslos ist, aber wichtige Exposition liefert.  Dann wird ein Hochhaus mit Menschen und Zombies von einer Spezialeinheit gestürmt, wodurch die Gefahr fühlbar wird, wenn Zombies aus dem Nichts auftauchen und Soldaten unter dem Druck zerbrechen.
Die beiden Sequenzen stellen die vier Hauptfiguren vor und zeigen, dass die Welt an den Monstren und der Unfähigkeit der Menschen,  die Bedrohung ernst zu nehmen (*hust* Corona *hust*) zu Grunde geht.
Der Ton des Films ist damit gesetzt und das atemberaubende Tempo wird zugunsten der Handlung und der Charaktere etwas zurück geschraubt.  
Danach kommt der Hauptteil, als sich unsere Held*innen im Einkaufszentrum verschanzen,  was angesichts der Zombies und Des Konsumüberflusses natürlich extrem zynisch wirkt und einige satirische Spitzen liefert, die in der europäischen Fassung deutlich zurück genommen sind. Die Fassung ist straffer und spannender, aber auch fast ohne Lichtblicke. Das Finale zerlegt dann die Reste der Zivilisation  und entlässt das Publikum in eine tote, hoffnungslose Weit.
Heute wirkt das Zombiemake-up eher unbeholfen, man muss halt bedenken,  dass dieser Film die Zombiewelle erst losgetreten hat (Zombies als massenhaft auftretende Menschenfresser hatte es vorher nur in "Die Nacht der lebenden Toten" 10 Jahre früher vom gleichen Regisseur (in s/w) und ansatzweise in "Das Leichenhaus der lebenden Toten " gegeben). Die langsamen Zombies wirken heutzutage auch oft lächerlich, darin liegt aber ihr Grauen - ein Zombie ist keine Gefahr. Zwei auch nicht. Aber wenn es immer mehr werden,  wird man von ihnen einfach überrannt.
Insgesamt ist das ein perfekter Horrorfilm und Anfang und Höhepunkt des Zombiegenres. Ein düsteres Meisterwerk, einer meiner absoluten Lieblingsfilme.

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