Als hätte „Der Teufel kam aus Akasava“ nicht gereicht, liefert das ZDF mal wieder nach und gräbt noch so einen Jess-Franco-Kracher aus der Schublade, offenbar musste man das Andenken an Siegfried Schürenberg noch mal nachhaltig schänden.
In dem vorliegenden Reißer geht es um eine Flugzeugbesatzung, die sich nach einem Absturz durch den brasilianischen Dschungel schlagen muß und dabei mit der Südamerikakarte und der Wanderslust so locker umspringen, als läge nur Montevideo bei Rio gleich um die Ecke.
Siegfried spielt dann auch gleich noch den chilenischen Bankpräsi Alberto Ruprecht (zum Glück von Altnazis keine Spur), der sich mit einem Köfferchen voll Diamanten aus dem Staub gemacht hat. Doch achje, ein Killer ist schon an Bord, der den Flieger umleiten will. Doch der Vogel wird ins Gemüse gesetzt und ein buntes Völkchen macht sich auf die Socken.
Der Knaller sind hier natürlich wie üblich Figurenzeichnung und Dialoge, die die Bezeichnung sinnfrei in ein anderes Universum versetzen.
Erzählt wird der Mumpitz nämlich von Tom Nelson, der einen ganz herben Kerl spielt, der den geraden Weg geht. Dafür haben alle anderen was am Sträußchen oder finstere Gedanken. Flugbegleiter Bill, der im Original noch Paco hieß, darf sich trotz akuter Hässlichkeit über die angegeilten von Ewa Strömberg freuen, die auf ihm im Busch heimreitet. Sobald er die Steine aber in der Tasche hat und Sir John bei den Fischen ist, erwürgt er sie, weil sie eventuell was gesehen haben könnte. Hat sie zwar nicht, aber die nicht minder vollbusige Esperanza Roy hat was gesehen und die erwürgt er nicht. Dschungellogik…
Öhm, dann haben wir noch (jetzt kömmts) Gila von Weitershausen, die ständig mit Mäuschenstimme ihren Teddy umklammert und von dem lieben Carlos umworben wird, der einen extrem belastbaren Kassettenrekorder samt Radio mit sich führt und sich damit ständig einen abdudelt. Gar schröcklich ist ihr Ende: Gila fällt unter die fiesen Söldner und wird im Off zu Tode geschändet (ihr wisst schon…) und Carlos leidet unter dem Irrglauben, mit ein paar Kopfjägern, die völlig zusammenhangslos auf einem alten Tempel stehen, Kontakt aufnehmen zu können und verwandelt sich in ein großporiges Nadelkissen.
Naja und dann ist da noch Pedros Fieslingsgruppe, der die Guten und die Bösen abgreift und ordentlich Kohle machen will und auch gern mal bei einer Lesbo-Nummer mit Frau Roy zuschaut.
Überhaupt gibt’s mal wieder Möpse galore, das ist was Feines für die Trashfreunde, die es gerne sehen, wenn sich zwei nackte Mädels auf einer Dschungelliege die Nippel kraulen.
Vor allem, wenn hinterher bei der finalen Befreiungsaktion ständig Bösewichte erschossen werden, aber niemand aus dem Lager darauf aufmerksam wird, bis eine von den Buden gesprengt wird.
Über das moralisch-hirnige Ende mit der Bombenpointe für sperrige Helden breiten wir mal das Deckmäntelchen des Schweigens aus, dafür verwöhnt uns der Boxfight zwischen Nelson und Bill auf der Lastwagenladefläche, die so mies geschnitten, dass zwischen zwei Schlägen der Hintergrund mal von Urwald auf Steppe wechselt.
Insgesamt: ein typischer Franco, hübsch dilettantisch und wie geschaffen für einen permanenten Zuschauerkommentar.
Fehlt nur noch Horst Tappert! (2/10)