Boy meets Girl, der amerikanische Traum wird hier gelebt, jung, hübsch, frei, reich, in praller Blüte, in vollen Leben. Es bleibt ein Traum, zumindest für längere Zeit, dann kommt das böse Erwachen, das Täuschen im Mitmenschen, das Irren im direkten Gegenüber. Die erste anspruchsvolle Rolle für Rob Lowe hier, möchte man sagen, der Vorgänger von Bad Influence, könnte man meinen. Eine Freiheit wird am Anfang gezeigt und gefeiert, das Bewähren auf offener See, der Kampf gegen die Natur, aus Sport, aus Spaß und aus Vergnügen. Ein Segelwettstreit auf dem Meer, das Ausnutzen der natürlichen Bedingungen im Südatlantik, ein paar Tricks und ein paar Finten:
Die junge Waise Olivia Lawrence [ Meg Tilly ] könnte trotz des frühen Todes ihrer Eltern eigentlich glücklich sein, gehört sie doch zu den reichsten Frauen des Landes, und hat mit dem gutaussehenden Skipper Timothy 'Tim' Whalen [ Rob Lowe ], einem extra für das Segelrennboot von Granger Morrison [ Brian Davies ] engagierten Angestellten einen Mann an ihrer Seite, der in der Gesellschaft der High Society auch wegen seines Charmes sehr gut ankommt. Tim hat allerdings auch eine Affäre mit Brooke Morrison [ Kim Cattrall ], und Olivia mit ihren Schwiegervater Tony Gateworth [ John Glover ] einen aufdringlichen Alkoholiker mit im Haus, der auch ihr Geld verprellt. Als Gateworth eines Tages tot ist, ermittelt nicht nur der örtliche Officer Mike McGill [ Doug Savant ], ein Jugendfreund Olivias, sondern auch Tonys letzte Affäre Anne Briscoe [ Dana Delany ].
Geschrieben ist das von Dick Wolf; Wolf schreibt hier (scheinbar) eine Art Tom Ripley, gutaussehend, galant, schnell im Bett mit den Damen, "Du hast doch keine Skrupel, oder?", der Mann ("ein Zwei-Dollar-Gigolo") wird zuerst eingeführt, dann die Frau, die auf ihn hereinfällt, und die Geschichte, die sich darum konstruiert. Das ist das bessere Amerika hier, die eher wohlhabende Schicht, die Highschool ist gerade mit Erfolg beendet, der Sommer fängt gerade an, "Ich will dir nicht dein Geld, und dein Leben nehmen!", es wird noch viel passieren.
Ein Sommer in den Hamptons, viel Party am Abend, die bessere Gesellschaft, die Autos stauen sich vor dem Eingang der Villen, die Massen tanzen und flanieren. Es brodelt schon ein bisschen, das kommt durch die Details in den Gesprächen, das kommt durch den jungen Polizisten. Ein Tanz ist der Beginn von allem, "Moonlight River" wird gespielt, "Sie segeln!" - "Ich konnte schon segeln, bevor ich laufen konnte." Ein Date wird ausgemacht, ein Treffen, das Verständnis ist gut, das "reichste nette Ding an der Ostküste", die Geschichte vieler Dinnerpartys beginnt. Es könnte auch eine Romanze sein, eine Liebe gegen alle Schwierigkeiten, gegen den Dünkel der unterschiedlichen Klasse, die Differenz zwischen Reich und Personal und Pöbel. Es geht um "Obsession", "Masquerade" und Ambitionen, der Polizist hat da keine Chance, er ist zu normal, er ist zu gewöhnlich.
Die Gegend ist ein Urlaubs- und Ferienort, das Wetter gut, die Leute vom Alltag verwöhnt, dennoch herrscht bald dicke Luft, es wird schnell intrigiert, boshaftes arrangiert, "Sei bloß vorsichtig, wenn du mit der Waffe herumfuchtelst." Es gibt Täuschung und Verführung, die erste große Liebe, auf einer Seite zumindest, auf der anderen ist es bloß ein Spiel. Es geht ums Geld, natürlich, es geht um Sex, Lowe ist ordentlich verschwitzt bis eingeölt, Tilly die junge Unschuld, ein Schauspiel wird Ernst, ein Auftritt erst gestellt wie die Darstellungen der Beiden, dann löst sich doch ein Schuss, ein Toter liegt im Raum, ein Plan improvisiert.
Das Interessante an der Handlung sind weniger die beiden Hauptpersonen, die Turteltäubchen, als vielmehr die weiteren Beteiligten, das 'Alibi', der Polizist, die Freundin des Opfers, der Anwalt, der Film spielt in einer erhabenen Umgebung, er spielt nicht isoliert. Der Todesfall löst Wellen aus, "Sie sind in diesem Ort aufgewachsen, muss ich Ihnen erst erzählen, was das heißt?", es geht auch um Polizei, Presse und Politik; ein Krimi der Schönen und der Reichen, und der, die nicht dazugehören. Abstecher nach New York weiten die Szenerie auf, es gibt zwei personelle Überraschungen, die Geschichte bleibt wechselnd, die Hindernisse häufen sich.