Emily Jenkins (Renée Zellweger) arbeitet als engagierte Jugendamtsmitarbeiterin und bekommt den Fall der kleinen Lillith anvertraut, die angeblich von ihren Eltern misshandelt wird. Nachdem Emily das Mädchen aus der Familie holt und bei sich aufnimmt, beginnt eine Reihe unheimlicher Ereignisse. Schon bald stellt sich heraus: Die Bedrohung ging vielleicht gar nicht von den Eltern aus, sondern von Lillith selbst…
Schauspiel & Atmosphäre
Renée Zellweger liefert eine solide Performance ab – keine Oscar-Rolle, aber glaubhaft und engagiert.
Besonders positiv fällt die junge Schauspielerin auf, die Lillith spielt: Ihre Mischung aus Unschuld und unterschwelligem Bedrohungspotenzial funktioniert sehr gut. Man nimmt ihr die Rolle absolut ab – sie wirkt in vielen Szenen richtig unheimlich.
Insgesamt herrscht eine düstere, bedrückende Grundstimmung, die den Film stilistisch ordentlich zusammenhält.
Kritikpunkte
Trotz guter Umsetzung fühlt sich Fall 39 leider wie ein Sammelsurium bekannter Horror-Klischees an.
Die Geschichte erinnert an zahlreiche andere Filme, bei denen Kinder als Träger des Bösen inszeniert werden – von Das Omen über Orphan bis The Ring. Der Film macht handwerklich vieles richtig, aber bringt dem Genre rein gar nichts Neues.
Gerade beim zweiten Anschauen fällt auf, wie wenig Tiefgang eigentlich vorhanden ist. Die anfängliche Spannung der Erstsichtung weicht beim Rewatch eher Langeweile. Die Schockmomente sind routiniert, aber nicht nachhaltig.
Fazit
Fall 39 ist ein düsterer, technisch gut gemachter Horrorfilm mit starker Kinderdarstellerin und solider Leistung von Renée Zellweger. Leider leidet er unter zu viel Bekanntem – alles fühlt sich schon mal gesehen an. Der Film bleibt dadurch wenig erinnerungswürdig, auch wenn er beim ersten Mal durchaus unterhält.
Gute Verpackung, aber altbekannter Inhalt – solide, aber austauschbar.