Die kleine Dakota Blue Richards wuchs bei ihrem Onkel Daniel Craig auf und bekommt schließlich einen Kompass, der die Wahrheit sagt, und wird von Nicole Kidman für böse Zwecke entführt. In dieser Fantasy-Welt hat jeder Mensch ein Tier an seiner Seite, dass eine Art "externe Seele" darstellt. Und das Magisterium, eine Art diktatorische Regierung testet an unschuldigen Kindern, was passiert, wenn sie von den Tieren, im Film Dämonen genannt, getrennt werden. Nun versucht Dakota Blue Richard mit Hilfe des Kompasses, von Pilote Sam Elliot, der Hexe Eva Green, eines Eisbären und anderen, diese Kinder zu befreien.
Die Handlung ist sehr komplex und genau da liegt eines der Probleme. Nach einer höchstens 1-minütigen Einführung wird der Zuschauer direkt in die Handlung katapultiert und findet sich anfangs, wenn er das Buch nicht gelesen hat, überhaupt nicht in ihr zurecht; in dieser Welt, in der jeder Mensch von einem Tier begleitet wird und alle Menschen unbedingt Staub haben wollen, um durch ihn in eine andere Welt zu gelangen. Nach dem Vorstellen von 20 Personen, 10 Völkern und 50 Orten (Angaben geschätzt) beginnt der Zuschauer sich jedoch zurecht zu finden und die Handlung beginnt Spannung aufzubauen. Kunstvoll und mysteriös ist der Mittelteil gelungen, wobei ich ehrlich gesagt noch mehr Mystery hätte haben wollen, was aber aufgrund der Altersbeschränkung vermutlich nicht möglich war. So wäre der Film vermutlich noch spannender geworden, das Potential zu einem der Besten des Jahres hätte der Film auf jeden Fall gehabt. Am Ende wird der goldene Kompass dann wirklich spannend und sowohl Wendungen, als auch hervorragende Action-Sequenzen folgen Schlag auf Schlag (Der Kampf der Eisbären und die Schlacht am Ende machen am meisten Spaß). Leider hätte man auch die wirklich gute Schlacht etwas in die Länge ziehen und mit einer FSK ab 16-Beschränkung auch mehr Blut zeigen können; verglichen mit Herr der Ringe ist die Schlacht eher uninteressant. Gerade als der Film wirklich durchzustarten beginnt, ist er leider auch schon vorbei, wobei ich mich bei dem Ende ehrlich gesagt auf Teil 2 freue.
Die Charaktere sind durchaus ordentlich und zum Teil auch glaubwürdig. Die unerschrockene Hauptdarstellerin Dakota Blue Richards und der Wiederstandsführer Daniel Craig sind ordentlich. Sam Elliot spielt einen sehr netten und loyalen Piloten. Den Charakter von Nicole Kidman hätte man noch wesentlich düsterer und gemeiner gestalten können. Das Thema der Unterdrückung hätte, wie z.B. bei "Equilibrium", wesentlich intensiver und spannender inszeniert werden können, aber auch hier steht dem Film wieder die Altersbeschränkung im Weg.
Auch das Thema der Seele in Form eines Tieres ist nicht wirklich tiefsinnig oder intelligent gemacht worden, auch wenn die perfekt animierten Tiere durchaus gut unterhalten können.
Die Effekte sind hervorragend und auch Filmmusik und Kulisse können durchaus beeindrucken.
Dakota Blue Richards spielt für ihr Alter sehr gut, Sam Elliot ist perfekt, Daniel Craig ist solide und Nicole Kidman erfüllt die Rolle der Bösen ebenfalls sehr gut. Eva Green und Christopher Lee sind in Nebenrollen zu bewundern.
Zusammenfassend ist "der goldene Kompass" ein durchaus unterhaltsamer Fantasy-Film, dessen Handlung spannender hätte inszeniert werden können und durchaus mehr Kampfszenen hätte vertragen können, wenn man eine Altersbeschränkung ab 16 in Kauf genommen hätte. Filmmusik Effekte und Darsteller sind hervorragend. Alles in allem schafft der Film aber durchaus Vorfreude auf Teil 2.