Review

Gesamtbesprechung

Endlich eine Comedy-Serie ohne eingespielte Lacher! Da schlägt das Herz vor Freude gleich doppelt, denn in den vergangen Jahren (Das geht sogar bis in die Jahrzehnte!) wurden einem "Comedy" Serien in den Kakao gekippt, die wirklich alles andere als auch nur ansatzweise lustig sind. Solche Serien haben eingespielte Lacher dringend nötig, damit der gemeine Fernsehzuschauer weiß "Oh, jetzt muss ich lachen!". Ausnahmen dieser Regel waren "Eine schrecklich nette Familie" und das göttliche "King of Queens", hier waren die Lacher wenigstens noch gut plaziert! Aber hey, Malcolm Mittendrin braucht überhaupt keine eingespielten Lacher, er weiß ganz ohne Motivierung zu überzeugen, und das ist heute selten geworden im Serien-Geschäft.

Im Prinzip ist Malcolm Mittendrin nichts anderes als eine Serie über die typisch amerikanischen Chaosfamilie, wo wirklich nichts fehlen darf, sei es nun politische Unkorrektheit oder Holzhammer-Humor. Frankie Muniz hier in seiner wohl ewigen Paraderolle als Malcolm, der anscheinend einzige Intelligente in dieser Familie. Wohl oder übel spielt Muniz seinen Charakter gegen Ende der Serie dermaßen arrogant, dass man ihm wirklich nicht unbedingt sympathisch in Erinnerung behält. Justin Berfield als Reese ist der typische Idiot der Marke "Hauptsache es macht Spaß, auch wenn ich nachher eien Schaden deswegen kriege!". Reese ist mit einer der wenigen Charaktere der Serie, der gegen Ende nicht etwas abfärbt. Erik Per Sullivan ist schon ein komischer Vogel. War seine Leistung als Dewey in der ersten Hälfte der Serie wirklich ansprechend, zeigte sich immer mehr eine wohlmögliche "Unlust" an dem ganzen Konzept, manchmal rasselt der Junge seinen Text geradezu gelangweilt runter. Christopher Masterson als Francis wird hier mehr oder weniger zur personifizierten Nebenhandlung, die dauernd an anderen Schauplätzen ihr Unwesen treibt. Seine Frau Piama (Emy Coligado) ein zusätzlich hinzugefügter Charakter, der dank mangelnder Kreativität leider nicht unbedingt an die anderen Chaoten anschließen kann. Dann wäre da noch Bryan Cranston, der mit der Rolle des Hal ganz klar die sympathischste Figur des ganzen Treibens hier wird. Jane Kaczmarek spielt hier seine Frau Lois, oder um es anders zu sagen, die mehr oder weniger hysterische und beknackte Mutter des Haufens. Kaczmarek spielt diesen Charakter mit der Zeit anscheinend so überzeugend, dass sie einem manchmal wirklich auf die Nüsse geht.

Wie bei fast allen Serien auch hier die typischen Abnutzungserscheinungen, so ist die Serie in der zweiten Hälfte spürbar schwächer und mehr aus auf kindlich flache Gags als subtile Feuerwerke. Aus irgendwelchen Gründen läuft die Serie in der letzten Staffel doch noch mal zu Hochtouren auf, auch wenn der Showdown viel zu offen geraten ist, einen wirklichen Sinn sucht man da vergebens. Trotzdem ist und bleibt Malcom Mittendrin ein Highlight der Comedy-Geschichte, und obwohl hier nicht unbedingt auf neues gesetzt wird weiß die Story an sich trotzdem zu unterhalten.

Fazit

Lustig ohne eingespielte Lacher überzeugt diese Serie fast auf ganzer Linie. Manchmal vergeht den Schauspielern spürbar die Lust an dem Ganzen, aber das machen die lockeren bis genialen Gags schon wieder wett.

8/10

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