Review

Ein nächtlicher Straßenstrich in Paris: mehrere leicht geschürzte Damen bieten Autofahrern ihre Dienste an. Bei näherem Hinsehen entpuppen sich die Damen allerdings als Kerle. Als eine sich mit einem Freier einig scheint, tauchen zwei bislang versteckte Motorradfahrer aus dem Dunklen auf, jagen die Prostituierten und erschießen sie. Tags darauf steht Inspektor Gérard Lattuada (Thierry de Carbonnières) teilnahmslos in der Pathologie, wo die nackten Transen aufgebahrt sind - er soll die Fälle aufklären. Ein paar undercover als Prostituierte arbeitende Kolleginnen unterstützen ihn dabei.
Parallel dazu, im Büro einer Bordellchefin, hat ein Lude Neuigkeiten: es geht um ein großes Ding, an dem ihr nur "der Grieche" genannter Unterweltler-Gatte eventuell Interesse haben könnte. Seine Schergen fahren dann in der Stadt spazieren, verprügeln Konkurrenten und schlagen mehr oder weniger grundlos auf eine Nutte ein.
Gérard läßt derweil den Nachtclub der Bordellchefin infiltrieren und stürmt dann die Bude. Auf der Wache ist nichts aus der Dame herauszubekommen, stattdessen täuscht sie einen Schwächeanfall vor. Den herbeigerufenen Arzt übertölpelt sie und türmt über ein Baugerüst, stürzt dabei jedoch in den Tod. Als der Grieche dies erfährt, ändert er seine Pläne: er will Rache. Als erstes endet eine Drogenübergabe in einem Café mit dem Tod der Kuriere (und aller sonstigen Anwesenden), dann nehmen sich die daran beteiligten Motorradfahrer eine Frau in einer Tiefgarage vor - es ist Gérards Schwester. Jetzt sieht auch der Polizist rot und beginnt, in gnadenloser Selbstjustiz die Mörder zu jagen...

Die Werke von Regisseur Max Pécas sind am besten mit einer kurzen Auswahl seiner Titel beschrieben (I Am a Nymphomanic, 1001 Perversions of Felicia oder auch I Am Frigid... Why?), wobei der vorliegende Brigade des moeurs mit seinen Action- und Krimi-Anleihen bereits zum späten Oeuvre des Softcore-Spezialisten gehört.
Die relativ konventionelle Story ist größtenteils vorhersehbar und - da schon x-mal deutlich besser verfilmt - sogar eher langweilig, dafür ist verhältnismäßig viel nackte Haut zu sehen und vor allem in der zweiten Filmhälfte einiges an selbstzweckhafter Gewalt. Letzteres sorgte dafür, daß der Streifen lange auf dem Index stand. Verglichen mit neueren Werken namentlich aus dem Torture-Porn-Bereich gibt es m.E. jedoch auch in der vorliegenden ungeschnittenen Version (die einzige geschnittene, später nachträglich wieder eingefügte Szene mit französischem Originalton verfügt über deutsche Untertitel) kaum eine Szene, die besonders brutal ausgefallen wäre.

Dafür sorgt allein schon die handwerklich stümperhafte Herangehensweise, wenn bei einer Prügelei deutlich zu erkennen ist, daß der Schlagende bzw. Tretende seine Bewegungen im letzten Moment abbremst bzw. überhaupt danebenhaut. Ein anderes Mal sind es fehlende Einschußlöcher bzw. viel zu wenig oder zu helles Blut, ein Drogensüchtiger, der sich eine Spritze setzt, ohne daß danach eine Einstichstelle zu erkennen wäre oder auch ein Killer, der ohne erkennbaren Grund in Flammen aufgeht.

Bezüglich der Darsteller kann sich ebenfalls niemand empfehlen: Gérard, ein Sonny Crocket-Verschnitt für Arme, tritt lange Zeit als lockerer Sonnyboy auf und mutiert dann zu einer Art Möchtegern-Dirty Harry, ohne daß seine Mimik auch nur ansatzweise zu seinen Handlungen passt. Sein Chef (grauer Haarkranz und stets offenes kariertes Hemd) wirkt in Gestus und Habitus wie ein Hausmeister, und auch Gérards Kollegen unterscheiden sich mangels Uniform kaum von den Gangstern. Das Dienstzimmer von Gérards Chef (mit nur einer Frankreich-Karte an der Wand) wie überhaupt die Wache erinnern stark an eine zweckentfremdete Schule. Immerhin sind die Damen in Gérards Umfeld ausnehmend hübsch, haben aber nichts zu sagen und bleiben nur schöne Staffage.

Besondere Beachtung hat die Tonspur verdient: die deutschen Synchronsprecher, offensichtlich von der Straße weg engagierte Naturtalente, sprechen sehr schnell und undeutlich und befleißigen sich überdies eines rheinischen Dialekts. Da auch die Betonung der Texte keinerlei Reglementierung unterliegt, ist das Gesprochene oftmals kaum zu verstehen - ganz besonders, wenn zeitgenössische (Porno-)mucke die Szenen begleitet: da kämpfen die deutschen Stimmen einen aussichtslosen Kampf. Hinzu kommt eine genauso willkürliche wie lieblose Dialogregie, bei der sich alle Beteigten meist irgendwelche Phrasen an den Kopf werfen. Oder anders ausgedrückt, die deutsche Synchro ist schlichtweg unter aller Sau.

Fazit: Die Todes-Brigade ist ein völlig belangloses Filmchen, dessen mit zahlreichen Logiklöchern gespickte, vernachlässigbare Handlung von meist großkotzigen, durch die Bank unsympathischen Filmcharaktären bestritten wird, die einem die ganzen 97 Minuten über völlig egal bleiben. Die Gewaltszenen wirken ausnahmslos aufgesetzt und vermögen in keinster Weise zu schockieren, namentlich auch nicht die einzige einstmals geschnittene Szene mit der angedrohten, aber natürlich nicht vollzogenen Flaschen-Penetration. Auch dank der hundsmiserablen Synchro nicht einmal für Hardcore-Trash-Fans zu empfehlen, gibt es dafür bestenfalls äußerst großzügige 3 Gnadenpunkte.

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