Review

Mal wieder einer dieser alten "Horror"-Schinken, denen ich einfach nicht viel abgewinnen kann.
Leute, die mich öfter lesen, haben vielleicht mein Review über "Eraserhead" gelesen. Ein ebenfalls alter Horrorfilm, der hochgelobt ist, mich allerdings sehr enttäuscht hat. "Ekel" ist zwar deutlich besser, doch nicht so richtig gut.

Es geht um Carol. Sie arbeitet in einem Schönheitssalon und wohnt im Apartment ihrer Schwester. Sie besitzt eine düstere Vergangenheit (In ihrer Kindheit wurde sie offenbar von ihrem Vater oder einem Bekannten vergewaltigt), die immer noch an ihr zehrt. Sexuell ist sie nicht mehr handlungsfähig. Jegliche Annäherungsversuche des anderen Geschlechts werden zurückgewiesen. Als ihre Schwester mit ihrem Freund zu Urlaubszwecken nach Italien fährt, bleibt die labile Carol (Catherine Deneuve) völlig alleine zurück. Das treibt sie in den Wahnsinn, vor allem als sie auch noch gefeuert wird. Der Schleier, der auf ihrem Gesicht liegt, verdunkelt sich immer mehr...

Der Film heißt "Repulsion" bzw. Ekel, weil sich Carol vor sich selber und vor dem anderen Geschlecht ekelt. Nur Wasser scheint sie wirklich ein wenig aufmuntern zu können, da es rein ist. Das meiste andere findet sie abstoßend. Catherine Deneuve spielt die Rolle von Carol wirklich gut, man kann ihr Leid nachvollziehen und nicht zuletzt sieht gibt optisch eine sehr gute Figur ab. Schade nur, dass man sie nie ganz nackt sieht;-)
Die Stimmung im FIlm ist düster gehalten und, ja eigentlich weiß der Film auch hier zu überzeugen.
Doch was fehlt dem Film nun? Er ist düster, die Hauptrolle ist gut besetzt, an manchen Stellen weiß er sogar zu erschrecken. Das Problem ist einfach die Geschwindigkeit des Films. Er geht dermaßen zäh voran, dass die Spannung, die stellenweise entsteht, schnell wieder verschwindet. Das war schon bei "Eraserhead" das Hauptproblem, nur das der besagte Film auch anderweitig nicht überzeugen konnte.
Mich regt ein bisschen auf, dass es bei den meisten alten FIlmen so ist, dass das Tempo einfach schrecklich langsam ist. Jetzt werden viele aufschreien: "Das genau ist doch das Problem der neuen FIlme. Sie sind viel zu schnell und setzen weniger Wert auf künstlerische Aspekte!" Das mag irgendwie schon stimmen, aber niemand kann doch bestreiten, dass auf diesem Wege Spannung verloren geht und Spannung ist einer der wesentlichsten Aspekte eines Films, wenn nicht DER wesentlichste. Wenn ihr mich fragt, kann man schon sagen, dass sich Filme in dieser Hinsicht zum Besseren entwickelt haben, auch wenn tatsächlich der künstlerische Aspekt häufig auf der Strecke bleibt. Das kritisiere ich dann aber auch.

Fazit: Ein alter Psychofilm, der von der Aufmachung her gut gelungen ist, vor allem Catherine Deneuve überzeugt in der Rolle der traumatisierten Carol. Einige schöne Schockeffekte sind eingestreut, zwei Blutszenen kann man sogar finden. Doch der Film dauert 100 Minuten und durch das enorm zähe Tempo vergeht einem die Spannung und ein wenig der Spaß an dem Film. MUSS MAN NICHT UNBEDINGT GESEHEN HABEN, IST ABER MAL EINE ABWECHSLUNG. Ich gebe ihm 6 Punkte. Euer
Don

Details
Ähnliche Filme