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4

Der lange Leidensweg einer jungen Frau in einer ungastlichen Welt - scheinbar eines von Roman Polanskis Lieblingsmotiven, siehe EKEL oder ROSEMARIES BABY. Nastassja Kinski ist hier in einer ihrer sinnlichsten Rollen zu sehen: als starke, aber verwundbare Mutter im erzkonservativen, von religiösen Verhaltensmustern und sozialen Unterschieden geprägten viktorianischen England. Das hat ein bisschen was von Effi Briest, die die Kinski-Tochter damals auch ideal hätte spielen können. Gut ist das Geschichtsdrama deswegen aber noch beileibe nicht, denn dazu ist es alleine schon aufgrund seiner Mammutlänge von fast 3 Stunden viel zu ereignisarm und zäh. Überall wird zu lange draufgehalten, ständig schmollt Nastassja-Tess nur in die Kamera. Die Handlungen und Reaktionen von Filmehemann Peter Firth fand ich total überzogen und regelrecht grottenschlecht gespielt.

8

Ein technisch wie inhaltlich brillant umgesetztes Liebesdrama von Roman Polanski, das durch liebevoll ausgestaltete Charaktere, wunderschöne, altenglische Kulissen und eine klassisch-tragische Geschichte zu überzeugen weiss. Einmal mehr ist es nicht zuletzt Polanskis ganz eigenem, leicht melancholischen und auch pessimistischen Erzähl-Stil zu verdanken, daß der für sich genommen schon sehr oft dagewesene Stoff zu keinem Zeitpunkt langweilig oder gar kitschig erscheint. "Tess" ist mehr als ein vordergründiges Drama, vielmehr ein ungemein packender, durchaus tiefgründiger Film über Leben und Liebe, der mit seinen groß aufspielenden Darstellern und der äußerst gelungenen Inszenierung eine echte Empfehlung für jeden Cineasten darstellt. Ein echter Polanski...

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