Ordentlicher Thriller von Die Unbestechlichen-Regisseur Alan J. Pakula, der vor allem durch das Spiel der beiden berühmten Hauptdarsteller Harrison Ford, mit dem Alan J. Pakula schon 7 Jahre früher in Aus Mangel an Beweisen zusammengearbeitet hatte, und Hauptdarsteller Nummer 2, Brad Pitt, lebt. Während Harrison Ford Tom O'Meara, einen braven Polizisten und Vater von 3 Töchtern mimt, spielt Brad Pitt Frankie, einen Iren der einst zusehen musste wie sein Vater kaltblütig erschossen wurde. Obwohl eigentlich doch gar nicht so viel aufregendes in Vertrauter Feind passiert hat mir der Film gut gefallen. Wie gesagt, der Film überzeugt vor allem durch die guten Leistungen der Schauspieler.
Vertrauter Feind ist ein sehr ruhig erzählter, dennoch fesselnder Thrillerfilm. Ich fing an Vertrauter Feind zu gucken und er hat mich schon direkt zu Beginn gefesselt. Das zog sich dann so durch den ganzen Film. Mir sind keine Längen aufgefallen, sondern Vertrauter Feind war die ganze Zeit über spannend bis zum Ende und ich guckte zu keinem Zeitpunkt auf die Uhr, weil er halt spannend war. Ein Meisterwerk ist Vertrauter Feind natürlich nicht, denn so spannend ist er dann wirklich nicht. Es gibt selbstverständlich auch keine Schweigen der Lämmer-Hochspannung, aber von einem Thriller der "nur" gut ist erwarte ich sowas auch gar nicht. Vertrauter Feind ist ein ruhiger Thriller in dem ganz viel geredet wird. Das sowas spannend sein kann hat uns der große Thrillermeister Alfred Hitchcock mit seinem grandiosen Bei Anruf Mord ja bereits auf eindrucksvolle Art und Weise bewiesen. Auch Vertrauter Feind ist ein Werk mit ganz viel Dialog. Die Dialoge sind auch nicht dümmlich oder so, sondern ganz gut. Bein Anruf Mord und Vertrauter Feind kann man natürlich überhaupt nicht miteinander vergleichen, denn die beiden Filme sind grundverschieden. Sie haben aber eine Gemainsamkeit, die Dialoge sind zahlreich.
Schauplatz bei Vertrauter Feind ist New York (dort ist Regisseur Alan J. Pakula übrigens auch geboren), ein guter Schauplatz für einen Thriller möchte ich meinen. Auch Harrison Ford passt perfekt in die Rolle von Gesetzeshüter Tom. Er ist ein Superschauspieler und das zeigt er auch bei Vertrauter Feind mal wieder. Brad Pitt verkörpert den Iren Frankie. Das ist auch ganz gut, denn der ist für seine Rolle nicht weniger geeignet als Harrison Ford für Tom. Wer hätte Frankie besser spielen können als Brad Pitt? Mir fällt niemand ein. Brad Pitt macht seine Sache ganz ordentlich und weiß zu überzeugen. Besser machen können hätte das wohl keiner. Die Story von Vertrauter Feind ist auch ganz gut. Der Film beschäftigt sich unter anderem auch mit dem Gewaltkonflikt in Irland, was man doch eigentlich als ganz gelungen bezeichnen kann. Vielleicht wird das Thema im Film nicht wirklich tiefgründig behandelt, aber so am Rande sind da schon mal ein paar Sachen. Alles im allem ist das alles doch sehr stimmig bei Vertrauter Feind, muss ich schon sagen. Wie ich bereits erwähnte, ein ordentlicher Thriller.
Action bietet Vertrauter Feind nur ganz wenig. Erst im letzten Drittel gibts davon einbisschen was. Dann ist da auch schon mal die ein oder andere Szene mit Tempo. Es gibt ganz hübsche Actionszenen zu sehen. Eingefleischte Actionfans dürften aber eher wenig Freude an Vertrauter Feind haben, dafür gibts einfach zu wenig Action.
Es gibt am Schluss was John Woo ähnliches. Dann geht es so einbisschen um Freundschaft, denn nachdem Tom Wind bekommen hat von den kriminellen Aktivitäten Frankies mit den Stingerraketen ist er natürlich alles andere als begeistert, weil er ja Polizist ist. Aus der vorübergehenden Feindschaft wird ganz zum Schluss aber wieder Freundschaft, weil FrankieTom klar machen kann, warum er das getan hat. Wie gesagt, der Film beschäftigt sich auch einbisschen mit den irischen Problemen. Am Ende werden Tom und Frankie wieder Freunde. Dieses hollywoodmäßige Happy End ist vielleicht einbisschen klischeehaft, aber was solls. Vertrauter Feind ist jedenfalls spannend bis zum Ende.
Die Story ist nett, die Besetzung namhaft und gut, die Inzenierung ordentlich und spannend und die die musikalische Untermalung ist auch ganz gut geworden. Sowohl handwerklich als auch inhaltlich astrein. Das Ganze ist sehr stimmig. Eigentlich habe ich nichts zu meckern. Vertrauter Feind hat mir spannende 100 Minuten beschert. Kein genialer Film und auch nichts wirklich neues im Thrillergenre, aber gute Spannungsware für Genrefans wie mich. Ich bin zufrieden, auf jeden Fall. Ein spannender Thriller, der von Alan J. Pakula routiniert, ordentlich, solide und nicht schlampig inzeniert worden ist. Vom Thrillerfan Bubimann gibts eine Empfehlung für Vertrauter Feind. Guter Film.