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Ein Hollywood-Streifen, der sich die Jahrhunderte lange Unterdrückung in Irland zum Thema macht ist sicherlich kein leichtes Unterfangen, zumal man mit Harrison Ford und Brad Pitt zwei absolute Hochkaräter verpflichten konnte.

THE DEVIL’S OWN“ (so der Originaltitel) erzählt die Geschichte des gesuchten IRA-Terroristen Frankie McGuire, der in Belfast nach einem blutigen Kampf den britischen Truppen entkommen kann und unter falschem Namen in die Statten flüchtet. Durch Beziehungen kommt er hier bei der Familie des ahnungslosen Polizisten Tom 0'Meara unter… doch im Untergrund führt er seinen politischen Kampf weiter: Er versucht auf dem Waffenmarkt eine Ladung Stinger-Raketen für die IRA zu kaufen
und nach Irland zu schmuggeln!

Sicherlich ist man mit den vergleichbaren „MICHAEL COLLINS“ oder „IM NAMEN DES VATERS“ besser bedient, wenn man einen tiefgründigen Einblick in die Geschichte der irischen Untergrundbewegung, den Spannungen zwischen Katholiken und Protestanten zu bekommen versucht. Dennoch begegnet Regisseur Alan J. Pakula („KLUTE“, „DIE AKTE“) der Thematik mit Anspruch und Niveau, wobei er sich dabei nicht einmal nur auf den Konflikt der beiden Haupt-Protagonisten konzentriert. Nein, er beschäftigt sich auch mit den Machenschaften, die im Hintergrund die Fäden ziehen, mächtige Gangsterbosse, die nur auf Profit aus sind, ohne Rücksicht auf menschliche Verluste.

In der Mischung aus Krimi, Action-Thriller und psychologischem Drama agieren Ford und Pitt gewohnt souverän – während sich im Verlauf der Geschichte das Netz der Gewalt immer mehr auf ihre beiden Charaktere zusammen spinnt.

Der politische Hintergrund wird gerade so behandelt, wie es für den Lauf der Story akzeptabel scheint. Der Spagat zwischen Aufklärung und Hollywood-Mainstream scheint gelungen.

Der Plot weckt Interesse, Langeweile kommt niemals auf, dafür sind die musikalische Untermalung mit irischen Folk-Einlagen und die wunderbare Optik des Films mit ihren malerischen Kulissen viel zu gut gelungen. Auf der anderen Seite spart er Film nicht mit zahlreichen, durchaus blutigen und FSK16-würdigen Action-Einlagen, öffentliche Schiessereien und Häuserkampf kommen dabei richtig dreckig rüber, wenngleich man den Wahnsinn des Krieges sicherlich nicht 100%-ig nachvollziehen kann, wenn man noch niemals in einem Krisengebiet gelebt hat!

Die Gratwanderung einer Hollywood-Geschichte mit ernsthaftem Hintergrund ist weitestgehend gelungen. Zwei herausragende Hauptdarsteller und die flotte Inszenierung sorgen für spannende
Unterhaltung – ein Film, den jeder politisch Interessierte einmal gesehen haben sollte!

(7 / 10)

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