Review

Der zweite Teil der Trilogie um Quatermass setzt erneut auf Bedrohung durch Außerirdische. War diese beim Vorgänger auf eine einzige begrenzt, wirkt sie hier nahezu omnipräsent. Die Form der Infiltrierung erinnert frappierend an Don Siegles „Die Dämonischen“.

Quatermass (Brian Donlevy), der in seiner Forschungsstation Raketen entwickelt, entdeckt etwa handgroßes Meteoritengestein, welches aus einer neuartigen Zusammensetzung besteht. Als er und ein Kollege den näheren Umkreis untersuchen, stoßen sie auf ein geheimes, militärisches Fabrikgelände, auf dem künstliche Nahrung hergestellt werden soll. Kurz darauf erfährt Quatermass, dass bereits ranghohe Leute als Untertanen der Außerirdischen fungieren. Zeit, dem Treiben in der Fabrik Einhalt zu bieten…

Erneut führte Val Guest Regie und ein weiteres Mal erhielt Donlevy die Hauptrolle, - sehr zum Leidwesen des Autors und Quatermass-Erfinders Nigel Kneale, da Donlevy aufgrund von Alkoholproblemen nicht sonderlich zuverlässig gewesen sein soll. Seine Figur macht im Vergleich zum Vorgänger eine positive Entwicklung durch, denn die zuvor schroffe und teils rücksichtslose Art weicht nun einem gewissen Tatendrang und sogar einer kooperativen Einstellung gegenüber einigen Mitmenschen. Das macht ihn beinahe schon zu einer Identifikationsfigur.

Der in Schwarzweiß gehaltene Streifen wirkt innerhalb des Fabrikgeländes oftmals surreal. Die hierfür zur Verfügung gestellte Shell-Raffinerie will kaum in die Zeit der Fünfziger passen, was jedoch keineswegs kontraproduktiv anmutet. Im Gegenteil. Mithilfe einiger hinzugefügter Dächer und den endlosen Rohren, Gängen und Fluren erhält das Gelände im Zusammenhang mit den zahlreichen Soldaten (wahlweise mit Gasmasken ausgestattet) eine leicht bedrückende Atmosphäre. Bezeichnenderweise werden jene Wachen als Zombies bezeichnet. Ähnliches trifft auf infiltrierte Personen zu, die an einem V in Narbenform erkennbar sind.

Spätestens mit der zweiten Hälfte wird das Tempo ordentlich angezogen und als schließlich eine Horde aufgebrachter Arbeiter als Mob unterwegs ist, was entfernt an „Frankenstein“ erinnert, kommt der Stoff ohne die vorherigen Schnörkel und Auflockerungsversuche konzentriert auf den Punkt. Eine Verbarrikadierungssituation in der Fabrik zählt zu den spannenden Höhepunkten, während die Außerirdischen irgendwann eine Form erhalten, die in ihrer schlichten Art an überdimensionale Müllbeutel erinnert, die mächtig in Öl gewälzt wurden.

Ansonsten ist der Bodycount trotz schlechten Zielwassers erstaunlich hoch, - Einschusslöcher sind allerdings nur bei einem Typen mit weißem Hemd sichtbar. Sichtbar sind übrigens nur wenige Damen, welche allenfalls als Sekretärin oder Besucherin unterwegs sind, wobei eine Herzensdame auch nicht zum Titelgebenden passen würde.
Somit gestaltet sich diese Fortsetzung, welche nur indirekt am Vorgänger anknüpft, deutlich besser als der zwei Jahre zuvor entstandene „Schock“ und zählt zu den besseren Vertretern der Invasorenfilme der 50er.
7 von 10

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