Der Trailer deutete eher ein Dramaorentiertes Actionfilmchen an, aber konnte man das wirklich vom Dreiergespann Besson/Kamen/Morel erwarten? Die 3, die für Filme wie „Kiss Of The Dragon“, „Transporter“ oder „Banlieue 13“ verantwortlich waren? Eigentlich nicht und so sollte es auch kommen.
Liam Neeson spielt den ehemaligen CIA Agenten Bryan, der seiner Tochter zu liebe seinen Job aufgegeben hat und in die nähe seiner Tochter zieht um wenigstens etwas Zeit Zurückzugewinnen, die er früher durch seine Aufträge im Ausland nicht mit ihr verbracht hat. Diese haben auch dafür gesorgt dass seine Ehe in die Brüche ging. Denn seine Frau und Tochter wohnen inzwischen bei einem neuen und vor allem reichen Mann. Eine andere Welt für Bryan, wie er auf dem Geburtstag seiner Tochter feststellen muss. Kurz darauf erlaubt er seiner Tochter, trotz etlicher bedenken und Auflagen, einen Trip nach Frankreich und das Unglück nimmt seinen Lauf. Schon kurz nach der Ankunft mit ihrer Freundin wird Kim entführt und ihr Vater macht sich auf sie zurückzuholen…
Der Plot ist weder besonders originell, überraschungsreich oder wirklich nervenaufreibend. Die anfänglichen Drama Elemente(wenn man sie überhaupt so nennen will), werden nach der Ankunft von Liam Neeson in Frankreich im wahrsten Sinne des Wortes weggeblasen. Ab da konzentriert sich das Drehbuch noch mehr auf die Figur des Ex-CIA Agenten und lässt die Figuren der Frau und Tochter kaum noch auftauchen. Da verwundert es einen schon das Famke Janssen mit von der Partie ist, da sie wirklich kaum Screentime hat und so zwar zeigt das sie eine arrogante Bitch spielen kann, aber sonst über heulen und lachen nicht herauskommt. Und auch Maggie Grace taucht nur noch am Ende auf, was natürlich Sinn macht, da man zwischendurch nicht erfahren soll was mit ihr passiert.
So muss Liam Neeson den Streifen tragen und das gelingt ihn wirklich vorzüglich. Dass er ein guter Schauspieler ist, wissen wir inzwischen alle, aber dass er so eine Hartgesottene und coole Kampfmaschine sein kann, überrascht hier wirklich. Seine extrem ruhige Art (schon bei der Entführung die er am Telefon miterlebt und seiner Tochter trocken schildert wie sie sich zu verhalten hat) nimmt den ganzen Film ein. Er spielt den Ex-Agenten kontrolliert und cool. Ohne Gedanken an das eigene Leben tritt er mehr als einmal in die Höhle des Löwen und räumt konsequent mit der schar Gegnern auf. Bei seiner Suche kennt er keine Gnade und macht auch vor ehemaligen Freunden, bzw. dessen Frau keinen Halt. Er will seine Tochter retten, nichts anderes interessiert ihn. Da er nur wenige Stunden Zeit hat, bevor alle Spuren verschwunden sind, vertrödelt er nicht eine Sekunde. Zwar ist der Zufall das ein oder andere mal, vielleicht etwas zu strapaziert wurden(das Foto vom Flughafen), aber der Film hat so ein hohes Tempo das man kaum Zeit hat während des Guckens darüber nachzudenken.
Die Actionszenen sind dabei häufig vertreten und wechseln zwischen Feuergefechten, Verfolgungsjagden und vor allem Hand to Hand Combat. Diese sind meist in Bourne Stil gehalten und Liam Neeson meistert diese vorzüglich. Er lässt dem Zuschauer keinen Zweifel, dass er genau das vollbringen könnte. Dass er mal so überzeugend den Charles Bronson markieren würde, hätte ich nicht gedacht. Hinzu kommt seine, im Original, fast schmeichelnde Stimme die im krassen Kontrast zu seinen Taten steht, die er aber immer mit ruhiger, gleich bleibender Stimme ankündigt.
Der Rest ist typisch Luc Besson, wenn er einen Actionfilm produziert. Alles ist sauber und technisch einwandfrei Inszeniert. Pierre Morel drückt, ähnlich wie bei seinen Vorgänger, mächtig auf der Tube und liefert genau das was man als Actionfilm heute sehen will. Natürlich hätte man sicherlich den Figuren mehr Raum geben können und so das Tempo verlangsamen, aber das schien für die Macher nicht wirklich ein Thema zu sein. Deswegen sicherlich keine Beschwerde meinerseits.
Fazit:
Actionreicher „Einer gegen alle“ Streifen mit einem coolen und überzeugenden Liam Nesson in einer ungewohnten Actionrolle. Ohne Kompromisse kämpft er sich als EX-Agent (wäre Steven Seagal noch aktuell und Fit, wäre es eine Rolle für ihn gewesen) durch Paris und geht dabei über Leichen. Das Tempo ist hoch und die Regie ebenso rasant. Die kleinen Mängel, kann man als Actionfan getrost vergessen. Mehr davon.